„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“

Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt und ist ein wenig eine Motivation für die nächsten Monate…dieser Satz wurde uns auf dem Zwischenseminar, wo sich für eine Woche 12 Jugendliche im Süden von Indien bei Father Xaviers Familie getroffen haben und sich ausgetauscht wurde.

Sarah, meine Mentorin aus Deutschland und Koordinatorin der Jesuitvolunteers ist auch angereist und hat mit Xavier unser Programm geleitet. Ich werde nicht auf jeden Programmpunkt eingehen, aber das wichtigste in meinen Augen teile ich natürlich:)

Zunächst einmal war es schön und doch ungewohnt wieder so viele Deutsche um sich zu haben.

Kennlernspiele:)

Die ersten zwei Tage haben wir uns näher kennengelernt und unsere Projekte den anderen vorgestellt. Am dritten Tag hatte jeder Zeit eine Situation, die ihn beschäftigt oder schwerfällt zu verarbeiten vorstellen und es wurde zusammen nach einer Lösung gesucht. Es war schön zu merken, dass man nicht die einzige ist, die ab und zu Überfordert ist.

Am Ende haben wir uns noch selbst aufgeschrieben an was wir in der zweiten Hälfte unseres Jahres arbeiten möchten und haben uns mit einem Partner darüber ausgetauscht.

Darüber hinaus hatten wir noch eine Einheit über Globalisierung und auch das Kastensystem. Ich habe beim zweiten gennenten Punkt deutlich was dazugelernt und merke auch, dass manche Verhaltensweisen auch dem System geschuldet sind. Außerdem, dass man sich manchmal einfach fügen muss, da die Kultur es so verlangt und wir es in Deutschland anders kennen oder als selbstverständlich ansehen.

An einem Tag waren wir verschiedene Tempel besuchen und waren nachmittags an einem Staudamm schwimmen, was sehr viel Spass gemacht hat. Vor allem war ich ganz froh ein bisschen was von Trichy zu sehen.

An drei Abenden waren wir in dem Dorf wo wir gelebt haben, da dort ein Pfarrfest stattgefunden haben, wo wir sogar einen kleinen Tanz eingeprobt haben…ist zwar nicht perfekt, aber wir haben das sehr spontan gemacht:) Es war sehr schön einen kleinen Einblick in das Dorfleben zu haben und auch sich ein wenig mit den Leuten dort auszutauschen. Hier der Link zum You Tube Video:

https://youtu.be/3e65l7URbyg

Ein weiteres Highlight war der Europäische Abend, wo wir über eine selbstgemachte Lasagne im Steinofen mit Feuer vorm Haus, Kaiserschmarrn, Salat und Grillgemüse alles selbst zubereitet haben.

Zusammenfassend kann man sagen das mir das alles sehr gut getan hat…ich aber auch froh war als ich zurück im kalten Darjeeling war, da das doch mein Zuhause geworden ist. Außerdem war es sehr gut seine Zeit nochmal zu reflektieren und ich bin ganz guter Dinge was die leider schon knapp letzten fünf Monate angeht:)

Unterschiede und Ungerechtigkeiten

Bei meiner Reise durch den Süden sind mir doch schon sehr viele Unterschiede zum Norden aufgefallen. Und auch, dass es nicht das eine Indien gibt. Die meisten denken an den Süden, bzw hier kommen die meisten Vorurteile her.

Das Essen ist deutlich anders, aber gar nicht so scharf wie erwartet. Außerdem ist er deutlich kulureller. Owohl man das eigentlich nicht so sagen kann…denn im Süden gibt es mehr Hindus, also auch mehr Tempel und eifach noch nicht so westlich wie der Norden. Das sieht man an der Kleidung und auch der Sprache. Viel weniger Leute können Englisch und es gibt auch viel Armut. Natürlich vorwiegend uaf den Dörfern.

Was ich auch festgestellt habe ist natürlich das Bild der Frau. Hier ist es wirklich oft so, dass die Frau kaum ein mitspracherecht hat und auch arranged Marriages und das Kastensystem sind noch sehr in den Köpfen der Menschen verankert, während all das im Norden immer mehr verblasst.

Viele Männer sind Alkoholabhängig und die jungen Frauen sind sehr schüchtern. Die meisten verstecken sich regelrecht und haben Minderwertgkeitsgefühle. Das habe ich vor allem im Kontrast von Baghmara zu Chennai bemerkt. Die Jungs und auch Mädchen im Norden haben mich umzingelt und ausgefragt, und im Süden kurz angeschaut und dann verschämt weggeguckt. Das hat mich sehr mitgenommen, da ich mich nicht als schöner oder besser als sie wahrnehme.

Es wird sich sogar mit einer Paste eingeschmiert, damit die Haut nicht so dunkel wird, da eine Frau in den Augen der Tamilen schöner ist wenn sie helle Haut hat. Es ist doch krank, in Europa geht man ins Solarium, damit man braun wird und hier genau andersherum. Warum kann man nicht einfach zufrieden sein wie man ist und einfach mal aufhören die Menschen in jegliche Kategorien einzuteilen?

Außerdem habe ich auch am eigenen Leib erfahren müssen, dass ich eine Frau bin und einfach weniger Wert bin als die Männer, so wird zumindest hier gedacht.

Ich durfte nicht allein an der Tür des Zuges sitzen, als Flo dann dazu kam hat keiner mehr was gesagt. Ich wurde oft angeguckt und habe mich manchmal auch leicht gestalkt gefühlt. Auch Hannah darf normalerweise nicht allein unterwegs sein. Auch beim schwimmen ist es nicht erlaubt als Frau Haut zu zeigen während Männer tragen können was sie möchten. Es ist so absurd in meinen Augen. Man fühlt sich auch einfach schlecht und ungerecht behandelt. Als ich im Zug saß habe ich mir gedacht, wow ich bin so frei und kann tun und lassen was ich will. Was ein Privileg! Wieso habe ich das verdient? Ich bin auch nur jemand unter vielen. Ich möchte die Menschen verstehen. Und versuche das gute in all dem manchmal hoffnungslosen sehen.

Zum Glück bessert sich die Situation immer mehr. Dennmoch sehr langsam. Und manche Dinge kann man nicht erzwingen, es muss von den Menschen vor Ort kommen. Als Beispiel habe ich auf dem Seminar eine Studentin kennnegelernt, die verheiratet ist und gerade zwei Jahre Bildung genießt. Daran sieht man das immer mehr Leute sich von den alten Strukturen lösen und das wiederum gibt mir Hoffnung.

Meine Reise durch halb Indien

Hey! Ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet, weswegen ich echt viel zu erzählen habe. Also stellt euch auf einen etwas längeren Beitrag ein:)

Nachdem ich Weihnachten ganz entpannt mit Luis auf dem Dorf verlebt habe, bin ich kurz darauf mit Sister Chunku zu ihrer Familie nach Monsung gefahren. Dies ist eine kleine Siedlung im Tal, in der Nähe von Kalimpong. Dort habe ich ihre Mutter, Vater, Bruder und auch ihre Tante und Cousinen kennengelernt. Eine ziemlich große Familie die dort wohnt, und ich habe alle schnell in mein Herz geschlossen. Ich wurde mit den Worten „You are now a family member, not our guest“ aufgenommen. Hier schien das Leben friedlich, nicht so hektisch. Dennoch sind wir Sonntags knapp zwei Stunden zur Messe gelaufen, haben typisch Nepalesisches Bier, genannt Tongba getrunken, Spaziergänge durch das Grün unternommen und viel gelacht.

Zu Neujahr sind wir an die Grenze zu Bhutan gefahren und ich habe festgestellt, dass die Inder vorwiegend am 1. feiern. Und das sieht so aus: Man sucht sich einen Platz, hier der Fluss und campiert dort für den ganzen Tag, während man trinkt, tanzt und lacht. Der letzte Abschnitt der Reise führte uns nach Sikkim. Dort wohnt die Schwester von Sister:) und betreibt eine Farm, die sogar schon mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde. Dort habe ich uum erstaunen aller gerne bei der Brokkoliernte mitgeholfen und auch alles probiert was mir angeboten wurde. Diese Zeit hat mir viel bedeutet, einfach weil ich viele neue und positiv eingestellte Menschen mit einer Offenheit, die mich sehr beeindruckt hat, kennenlernen durfte und einen Einblick in das Familienleben der Sister hatte.

Sooo…nach all dem ging es für mich ziemlich direkt in das Große Indien. Ich kann leider nicht alles erzählen, aber ich versuche das zu übermitteln was eine große Bedeutung hatte.

Zunächst bin ich nach Baghmara zu Flo und Simon gefahren. Dort konnte ich einen Einblick in deren Tagesablauf erhaschen und durfte einige von den Kindern kennenlernen, die dort in die St. Xavier School gehen, in der die beiden arbeiten. Ich wurde regelrecht überhäuft von den Kids und war erstmal die Attraktion des Tages. Die beiden leben mit drei Fathers in der Residenz, die auch auf dem Campus ist, zusammen. Falls ihr genaueres wissen wollt, schaut doch mal auf ihren Blogs vorbei:)

https://www.florian.fsj-indien.de/

Für mich war es wichtig zu sehen, wie die beiden leben und mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert sind und noch wichtiger wie sie damit umgehen.

Zu dritt haben wir uns dann auf die Reise nach Chennai, zu Hannah gemacht. Das bedeutet: einen Tag fahrt im Zug nach Kalkutta und von da aus nochmal zwei Tage nach Chennai…56 Stunden Fahrt insgesamt. Wahrscheinlich schlagt ihr jetzt die Hände über dem Kopf zusammen, aber man lernt sich hier Geduld zu üben und wir waren ja zu dritt:) Jeder hat eine Schlafkoje, in der ich sogar recht gut geschlafen habe.

Kekse, Bananen und Samosas waren unsere Mahlzeiten, da wir uns nicht getraut haben das Essen aus dem Zug zu essen. Am Anfang habe ich mich total gefreut wie verhältnismäßig sauber es ist, bin aber ziemlich schnell dahinter gekommen, dass der aufgekehrte Müll aus der offenstehenden Tür, wo ich oft die Landschaften an mir vorbeiziehen ließ, herausgekehrt wird. Das erklärt auch den Müll, der parallel zu den Schienen liegt…

Schließlich angekommen haben wir im Loyola College übernachtet und sind dann ca 3 Std aus der Stadt herausgefahren, um Hannahs Projekt zu besuchen. Sie wohnt in einem Girls Hostel und arbeitet in der Schule, die auch auf dem Campus ist. Da die Schule Tamil Medium ist, hatte sie anfangs keine andere Wahl als Tamil zu lernen. Und das ist wirlich bewundernswert, da dies eine der ältesten Sprachen der Welt ist. Mit Hannah habe ich die Nacht auf dem Dach verbracht, warm genug ist es dort ja:), wurden leider aber um 5:30 von dem Hindu Tempelgesang in der Nähe geweckt. Am folgenden Tag sind wir durch die angrenzenden Dörfer spaziert und wurden bestimmt 30 mal gefragt ob wir schon gegessen haben. Dies ist eine Höflichkeitsform, wie bei uns das „wie geht es dir“. Dort sind wir auf einen Truck gestoßen, der kurzerhand in einen See gefahren wurde, um ihn sauber zu bekommen, auf eine Competition, wo verschiedene Familien auf dem Boden mit Pulver Mandalas gemalt haben. Zu der Zeit war gerade Pongal, ein Tamilisches Erntedankfest, was 4 Tage lang geht und an jedem Tag wird etwas anderes zelebriert. Der erste Tag steht für Reinigung (altes wird aussortiert oder auch verbrannt), der zweite wird dazu genutzt das typische Pongal-Gericht zu kochen und zu essen, am dritten Tag wird den Kühen für ihre Dienste gedankt und am letzten verreisen die Tamilen, um ihre Familienmitglieder zu besuchen.

Außerdem durften wir Zuckerrohr essen und hätten fast ein paar Hundebabys mitgenommen. In Chennai und auch in Mahabalipuram, wo wir auch noch für zwei Tage waren, haben ich das erste mal seit ich in Indien bin, das Meer gesehen. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen uns auch einmal abzukühlen. Leider nicht so unbefangen, wie in Europa, weil immer einer bei den Sachen bleiben muss, man oft angebettelt wird und man als Frau sehr bedeckt sein muss. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr.

Außerdem waren wir in mehreren Tempeln, die sehr beeindruckend waren, da im Süden doch deutlich mehr der Hinduismus vertreten ist. Am 20. Januar fing dann unser Zwischensemiar in Tiruchirappalli, kurz Trichy an.

Dazu auch mehr im nächsten Beitrag, sonst wird es wirklich zu lang…hier geht’s zu Hannahs Blog:

https://hannah.fsj-indien.de

und hier der Link um noch ein paar mehr Fotos zu sehen:)

https://photos.app.goo.gl/7bAXpSoy2dMF4LPN6

Lara the Artist!?

Hallo miteinander!

Ich dachte ich schreibe nochmal kurz und update was so in den letzten Wochen passiert ist.

Letzte Woche bin ich spontan für eine Woche in Kalimpong geblieben.

Um dort, natürlich als „Artist“ so wie ich mittlerweile vorgestellt werde, zu arbeiten. Und zwar werden gerade neue Musikräume für die Gandhi Ashram School gebaut und ich soll mit Fiorenza, einer Innenarchitektin aus Italien diese Räume designen. Und dann kam uns die grandiose Idee, die Kinder selbst Musikinstrumente zeichnen zu lassen, wovon dann die besten ausgesucht und als Sticker an die jeweiligen Räume geklebt werden. Der Rest der Zeichnungen wird als Collage verarbeitet und im Auditorium was bis nächstes Jahr fertig gebaut sein soll, ausgehängt.

Dementsprechend bin ich mit einer Freiwilligen aus Brasilien, die mir netterweise geholfen hat, in die Klassen gegangen und habe die Kinder motiviert ihr Lieblingsinstrument zu malen.

Es war sehr interessant zu beobachten wie unterschiedlich die verschiedenen Altersgruppen an das malen herangegangen sind. Vor allem als wir anfangs gesagt haben, dass radieren nicht erlaubt ist sind wir auf entsetzte Gesichter gestoßen.

Was mich erschreckt hat ist, dass vor allem die älteren Mädchen wirkliche Hemmungen hatten die Zeichnung überhaupt anzufangen. Das liegt glaube ich vorwiegend daran, dass sie normalerweise immer alles vom Lehrer vorgesetzt bekommen und auch in Kunst vorwiegend Bilder abmalen. Da jetzt sie selbst gefragt waren, stellte es sich offensichtlich als sehr schwer heraus einfach mal drauf loszumalen.

Die Woche in Kalimpong war wie ein kleiner Urlaub für mich, weil ich doch sehr viel Freizeit hatte:) Ich bin ein bisschen im Wald spazieren gegangen und habe die Umgebung erkundet.

es weihnachet:)

Es tat mir sehr gut habe ich festgestellt, da ich den Frieden in diesem Ort gespürt habe und auch wieder mal die Kraft der Natur.

Ja, und zurück in Darjeeling habe ich mich natürlich wieder auf die Kinder gefreut, die ich jetzt leider nur noch 2 Wochen sehe, dann sind Winterferien und im Februar kommen neue Kinder.

Apropos Winterferien… Vorraussichtlich werdet ihr bis Februar nichts von mir hören, da ich ziemlich viel unterwegs bin. Zunächst feiere ich Weihnachten mit Luis in Sittong, wo dann übrigens auch ein You Tube Video entsteht:) und dann fahre ich mit Sister Chunku zu ihrer Familie. Im Anschluss daran besuche ich Simon und Flo, mit denen ich dann zu Hannah nach Chennai fahre. Von da aus geht es dann über Pondicherry nach Trichy, wo wir dann das einwöchige Seminar haben. Das wird mal interessant, den Süden im Kontrast zum Norden zu sehen… Vor allem bin ich ganz froh im Januar weg zu sein, da es hier mittlerweile echt ungemütlich von der Temperatur wird. Ich sitze morgens mit Winterjacke unter einer Decke in meinem Zimmer während ich schon meinen Atem sehe und versuche meinen Freunden zu antworten, ohne das meine Hände abfrieren. Ich glaube ich sollte mir mal Handschuhe kaufen…

Außerdem möchte ich nocheinmal auf die finanzielle Unterstützung für mein Projekt oder generell die Jesuiten hinweisen. Ich würde mich sehr über eine Spende freuen, vielleicht auch als alternatives Weihnachtsgeschenk für mich aber auch für die betroffenen Personen. Es liegt mir viel daran die Hayden Hall zu unterstützen, vor allem die Kinder sind mir schon sehr ans Herz gewachsen, jedoch sind diese auf Spenden angewiesen. Danke!

Und weil die Kinder so süß sind hier noch ein paar Fotos:

Über arranged marriages und andere fragwürdige Aspekte des Systems…

Da ich hier in Darjeeling selbst nicht wirklich direkt am eigenen Leib erfahre, wie die Inder zu arranged marriages und dem Kastensystem stehen, habe ich mal meine Arbeitskollegin und eine Freundin aus D. gefragt.

Ich habe erfahren, dass Indien eigentlich noch zu 90 % aus arranged marriages besteht und die meisten heiraten meistens sehr früh. Viele heiraten schon mit 16 Jahren und bekommen dann auch oft ein oder zwei Jahre ihr erstes Kind. Dabei wird gehofft, dass es ein Junge ist, damit dieser die Eltern auch im Alter ernähren kann, im Gegensatz zu einem Mädchen, die nach der Hochzeit zu ihrem Mann zieht.

Ich habe erfahren, dass meine Arbeitskollegin auch vorgeschrieben bekommen hat, wen sie heiraten soll. Sie wurde nicht einmal nach ihrer Meinung gefragt, hatte aber wenigstens ein Jahr Zeit ihren zukünftigen Mann kennenzulernen, wie sie meinte.

Die Frage, ob sie ihren Ehemann denn jetzt liebt konnte sie mit ja beantworten. Sie meinte auch, dass love marriages immer öfter vorkommen, aber die Zahl der Scheidungen deutlich höher ist, weswegen viele Inder eher am alten System festhalten.

Für mich war es sehr interessant eine Person näher zu kennen, die sich in der Situation befindet, die man sonst nur im Englischunterricht behandelt hat.

Das zweite Thema war das Kastensystem, was man ja leider unweigerlich mit Indien verbindet. Und das liegt auch irgendwie auf der Hand, da es immer noch existiert. Ich bekomme selbst nicht viel davon mit, aber ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass wirklich jeder Inder weiß in welcher Kaste er ist und auch meistens die anderen einschätzen kann.

Jeder, den ich gefragt habe war der Ansicht, dass man das abschaffen sollte, da es absolut veraltet und unfair ist. Die höheren Kasten haben bessere Chancen auf einen guten Job und werden auch besser bezahlt. Es werden bei Bewerbungen wirklich Tests für die tieferen Kasten, gemacht, während die besser gestellten Menschen“ sofort angenommen werden. Außerdem darf man niemanden heiraten aus den Kasten unter einem. Kurz: man kommt nicht aus seiner Kaste heraus und muss mit den Vor- und Nachteilen leben.

Es ist offensichtlich, dass daran etwas geändert werden müsste, aber wenn es immer noch Menschen gibt, die daran festhalten, kann nichts geändert werden… und es gibt echt viele Menschen in Indien:)

Das gilt sowohl für die arranged marriages, als auch für das Kastensystem. Ich denke sich dem hinzugeben wäre ein fügen der Situation, die mehr als einer anzweifelt. Leider ist man hier sehr abhängig von der Familie, im gegensatz zu Dt., wo man mit 18 alles selbst entscheiden kann. Vielen fehlt ein bisschen Unabhängigkeit und das Ausbilden seiner eigenen Persönlichkeit durch Erfahrungen und Bekanntschaften.

Das hört sich jetzt alles so negativ an, das ist es aber nicht:) Indien hat viele Seiten und Indien kann man auch nicht über einen Kamm scheren, denn egal in welcher Stadt man ist, irgendwas ist immer anders. Dennoch wollte ich mal meine Gedanken und Erlebte mit euch teilen.

Beim Mittagessen

Der Trip zum Tiger Hill

Vorab erstmal ist der Tiger Hill ein Berg mit einer Art Aussichtspunkt, von dem man den Kanchenjunga (3. größter Berg der Erde) und bei ganz guter Sicht den Mount Everest sehen kann. Kurz: Man hat eine wunderschöne Aussicht auf die Berge und Dörfer rund um Darjeeling, die einen echt umhaut.

Alle normalen Touristen nehmen ein Auto kurz vor Sonnenaufgang, doch sind wir normal? Nein, weswegen Sister Chunku, Bhim (ein Mitarbeiter aus dem HH) und ich uns um 3 Uhr Nachts verabredet haben, um die 20 Km bis da oben zu laufen. Wir sind ein wenig später losgekommen, da meinen Wecker auf 2:25 PM gestellt habe und Sister mich wachrufen musste…

Es war sehr schön Nachts durch die Stadt zu laufen, da man die Straßen sonst nur mit hupenden und umhereilenden Menschen verbindet. Nur ein paar wilde Hunde haben uns angebellt und vereinzelte Autos sind uns entgegengekommen. Ansonsten sah man einen sternenklaren Himmel während einen die kalte Luft von Darjeeling umschlossen hat.

Die latzten 5-6 Km waren echt hart, da es steil bergauf ging und wir uns ein bisschen beeilen mussten um noch pünktlich zum Sonnenaufgang anzukommen. Aber wir haben es geschafft und es die Anstrengung und Schmerzen in den Beinen haben sich wirklich gelohnt.

Langsam wurde die ganze Landschaft in rot-oranges Licht getaucht und wir konnten sogar die Spitze des Everest sehen, obwohl der doch sehr klein wirkte gegen den Kanchenjunga direkt vor unserer Nase.

Auf dem Rückweg war die Stimmung ein wenig ausgelassener, wir haben gelacht und gescherzt. Auf halber Strecke runter haben wir noch ein Frühstück bei einer Weberin des HH bekommen, die dort ihr Haus hatte. Ab da haben wir dann auch ein Auto zurück genommen. Naja ca 27 Km laufen war dann auch erstmal genug:)

Wer noch mehr Fotos sehen möchte, kann gerne auf den Link klicken und bei Google Fotos mal gucken:

https://photos.app.goo.gl/RxZN3q9Dw2FjGQez6

Unter Deutschen…und vom Kloster

Es ist viel passiert in den letzten Wochen. Zunächst einmal bin ich mit meinen deutschen Freunden (4 von den Jesuitvolunteers und 3 vom Bistum Osnabrück), die auch hier im Norden von Indien zerstreut sind, in den Urlaub gefahren. Wir waren erste drei Tage in Darjeeling, wo wir vorwiegend ein bisschen die Stadt erkundet haben und diverse Restaurants getestet haben die sich spannend angehört haben (Hasty Tasty) oder auch welche, die Google Luis empfohlen hat:). Wir haben natürlich auch wieder westliches Essen gegessen, was mal eine willkommene Abwechslung war….jedoch musste ich feststellen, dass ich schon nach kurzer Zeit Reis kombiniert mit Dahl und Gemüse, den ich im Alltag sonst jeden Tag esse, vermisse.

vl. Leon, Helene, Theresa, Luis, Ich, Florian, Simon, Hannes

Die anderen drei Tage ging es nach Sikkim, genauer gesagt Gangtok. Dort sind wir erstmal 3 Km Luftlinie vom Taxistand der etwas außerhalb der Stadt lag, zum Hotel gelaufen (normalerweise nimmt man ein Taxi, aber das wollten wir nicht). Wir nahmen also einen kleinen Pfad durch Grün und an diversen Häusern entlang. Unsere Reisegruppe hat sich ein wenig gespalten, da die eine Hälfte der Ansicht war, das man auch einen im Grün verschwindenden und nicht mal von den Einheimischen genutzten Weg nehmen könne…Naja, schweißnass sind alle im Hotel angekommen. Dort haben wir 6 Schlafplätze für 7 Leute bekommen, trotz richtiger Buchung. Auch ein Regal mussten wir flicken, da das beim angucken mehr oder weniger auseinandergefallen ist…naja halb so wild, das Frühstück war lecker.

Das unseriöse Hotel…

Die Tage dort haben wir dann einen Waterfall Park besichtigt, wo wir ein wenig Probleme mit dem Rückweg hatten, da wir nur ein „Oneway“ Taxi gebucht hatten und dann keins zum zurückfahren hatten. Letztenendes sind wir dann losmaschiert und haben versucht Autos anzuhalten. Diverse Male haben wir mit einer kurzen auf und ab Bewegung der Hand Taxis angehalten und Luis hat seine Fähigkeiten einen guten Preis runterzuhandeln das ein oder andere Mal einsetzen können.

Weg ins nichts…
Harter Aufstieg mit kurzen Pausen

Außerdem haben wir Wanderungen zu zwei bekannten Klostern (Enchey und Chorten) gemacht und konnten in dem einen sogar einne kurzen Einblick in eine Messe der Mönche erhaschen. Es war sehr eindrucksvoll, obwohl man als Außenstehender nicht wirklich versteht was gesprochen wird und wofür dann gesungen wird.

Auf dem Weg zum Kloster

Dadurch, dass Puja Holidays waren, herrschte ein absoluter Ausnahmezustand sowohl in Darjeeling als auch in Gangtok. Beispielsweise konnte man einfach kein Geld mehr abheben für ca zwei Tage.

Auch die Abreise zurück nach Hometown D. stellte sich als Herausforderung für Luis und mich dar. Wir haben ca. drei Std versucht ein Share Taxi zu bekommen, bis dann (Gott Sei Dank!) uns ein Fahrer auch ohne Ticket mitgenommen hat.

Der Ticketschalter
Das Parkdeck von Gangtok

Ich habe die Zeit sehr genossen mit den anderen, vor allem weil man sich über die verschiedenen Einsatzstellen unterhalten konnte und auch über Situationen die schwierig waren. Dennoch war es deutlich anders mit so vielen Weißen durch die Stadt zu laufen, da man doch sehr auffällt…ich glaub ich wurde noch nie so oft nach einem Foto gefragt. Und man gewöhnt sich doch relativ schnell daran das man alleine ist, dementsprechend habe ich dann schon bemerkt was für eine Umstellung das doch sein kann mit mehreren unterwegs zu sein.

Am Ende der Ferien war ich sehr dankbar für die verbrachteZeit, habe aber schon gemerkt, dass ich die Kinder im Strive doch vermisse. Umso schöner wenn man am Montag wieder so begrüßt wird, als wär man nie weg gewesen.

Das Kloster mein neues Zuhause:

Ich habe es dann doch mal geschafft, wie schon am Anfang angedacht war, ins Kloster zu den Cluny Sisters zu ziehen. Das ist ein Orden von 9 Schwestern, die auch direkt daneben die Bethany School leiten. Das Leben hier ist deutlich anders, geregelter irgendwie. Ich gehe jeden morgen (freiwillig!) um 6:20 in die Messe und habe auch schon Lesungen gehalten (Auf Englisch by the way). Ich muss eigentlich auch um halb 7 wieder auf dem Gelände sein…das ist manchmal ein bisschen einengend.

Ansonsten spiele ich manchmal mit Sister Chunku auf dem Schulhof ein bisschen Badminton. Ich finde es sehr angenehm hier ein eigenes Zimmer zu haben, da ich mich jetzt endgültig einrichten kann. In mein Bett passe ich gerade so (die Inder sind nicht so groß) und morgens um 4 höre ich die Autos, die zum Tiger Hill (Ausichtspunkt) fahtren. Daran gewöhnt man sich aber.

Das so zu meinem Leben, danke fürs Lesen und bis bald:)

Hier noch ein paar Fotos:

Die Fußgängerzone von Gangtok

Teachers Day- mehr als eine Feier

Hört sich zunächst erstmal nicht so spannend an… hier ist das aber ein ganz großes Fest was sogar zwei Tage lang gefeiert wird. Beziehungsweise viermal wie ich eine Woche später festgestellt habe… Schon Tage vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ich kam aus dem Zeichnen, Kleben und Ausschneiden gar nicht mehr heraus.

Am eigentlichen Tag, den 5.9 haben sich dann alle jetzigen und auch ehemaligen Mitarbeiter aus allen Departments des Hayden Halls zusammengefunden. Die meisten fielen sich in die Arme, da sie sich ein Jahr lang nicht gesehen haben. Auch mir wurde oft „happy teachers Day“ gewünscht, als wäre Weihnachten, wo man sich auch immer alles gute wünscht.

Als sich dann alle einen Chiya und Biscuits genehmigt hatten, begann das Programm: Natürlich wurde wieder getanzt. Aber nicht nur das, es wurden auch Reden gehalten, gesungen und viel gelacht.

Die Atmosphäre war super schön, auch die Zuschauer sind in die Lieder eingestiegen und Father Paul hat spontan eine Tanzeinlage eingelegt. Jung und Alt trafen aufeinander und haben zusammen gefeiert.

Auch ich wurde in das ein oder andere Gespräch verwickelt und lief sonst mit meiner Kamera herum um Fotos zu machen, da vor ein paar Tagen mit dem Satz „Why haven´t you told me that you have a camera like this?“, beschlossen wurde, dass ich auf Events wie diesem mal Rolle des Fotografen spielen könnte. Es war ein super schöner erster Tag an dem ich viele Leute kennenlernen durfte und mir einen Einblick in diese Wärme und Dynamik dieser Großfamilie gewährt wurde. Oder vielleicht auch schon eine kleine Aufnahme, wer weiß…

Am 7.9, also zwei Tage später wurde dann nochmal gefeiert, aber diesmal von Seiten der Schüler aus. Die ganze Moderation hat ein Schüler übernommen, sodass die Lehrer sich zurücklehnen und das Programm genießen konnten. Auch ich trug einen Sari, der hier bei ganz bestimmten Anlässen getragen wird und durfte mit durch den Gang laufen, den die Schüler gebildet haben um bei jedem Lehrer der kam laut zu jubeln und im Anschluss mit Konfetti zu bewerfen. Als dann alle auf ihren Stühlen saßen, hat jede Klasse etwas vorbereitet.

Zwischenzeitig gab es Geschenke, es wurden Kerzen angezündet und auch die Lehrer mussten mal auf die Bühne um an Spielchen teilzunehmen, die die Kinder sich ausgedacht haben.

Nach der Veranstaltung gab es wieder ein vorzügliches essen mit Eis zum Nachtisch. Ich habe diese Feiertage doch sehr genossen, obwohl der ganze Trubel nicht immer sein muss:)

eine Woche später hat die Income Generation (eine der Departments im Hayden Hall) auch nochmal mit viel essen und Tänzen gefeiert. Zwei Tage später das ganze nochmal im Strive. Also eigentlich wird mehr oder weniger einfach die Gemeinschaft gefeiert. Somit Vier mal Teachers Day für mich….

Über Armut und die Macht seiner Stimme

Wie ist das mit sinnlosem, verschwenderischem Luxus? Und meist noch die Neigung der Menschen, sich von der Armut abzuwenden? Es war mir schon immer ein Rätsel, dass sich Menschen als ehrenswert empfinden können, obwohl sie ihre Mitmenschen demütigen.

Stichwort Medien und Nachrichten, alle sehen zu und tratschen aber eigentlich verschließen alle die Augen. Wer ist schonmal in ein absolut armes Land gefahren und hat alles mit eigenen Augen gesehen? Oder wenigstens versucht die Situation nachzuvollziehen? Mit Sicherheit die wenigsten. Wir können froh sein, dass es in Deutschland so etwas wie fleißend warmes Wasser gibt, man Bildung genießen kann und davon reichlich, es Einrichtungen für psychsisch kranke Menschen gibt, die Heizung aufdrehen zukönnen bis wir schwitzen, wir uns selbst aussuchen können wen wir heiraten und und und. Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen. Hier in Indien sehe ich Kinder betteln , höre Geschichten von Frauen, die ihr Kind verkaufen, da sie nicht genug Geld für beide haben und auch das Bild der Frau könnte deutlich besser sein. Ich weiß, den meisten erzähle ich nichts neues, aber keiner kann sich das auch nur ansatzweise vorstellen. Nicht mal ich. Wir sollten anfangen zu schätzen was wir haben!

Meistens muss man jedoch nicht mal weit weg um mit Armut in Kontakt zu kommen. Armut hat viele Gesichter und manche dieser tragen Masken oder haben eine Fassade aufgebaut, um andere nicht in ihr nacktes Gesicht sehen zu lassen.

Jedoch auch hier die Frage: Wer hat sich schonmal bewusst mit einem Obdachlosen unterhalten oder sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt? Meistens schauen wir die bettelnden doch nur an, richtig sehen tun wir sie aber nicht. Und mich eingeschlossen. Bis wir irgendwann bei einem der Seminare den Auftrag bekommen haben mal nicht die Augen zu verschließen. Und ich habe mich mit vielen dieser Leute unterhalten und habe mich am Ende dieser Einheit erschüttert gefragt warum ich das nicht mal früher gemacht habe. Ja, manche Geschichten waren nicht einfach zu verdauen, aber es ist wenigstens ein kleiner, klitzekleiner Schritt Menschen zu begegnen und im besten Fall macht man dann etwas aus dieser Erfahrung.

Father Paul ist das beste Beispiel hierfür

Und wenn man so etwas macht sollte man den Menschen nicht mit Mitleid begegnen, sondern Mitgefühl zeigen. Man ist in der Lage seine Fähigkeiten oder Besitztümer zu teilen und Selbstvertrauen stärken. Selbstvertrauen, aus dem dann irgendwann etwas eigenes werden kann. Und ich bin der Ansicht, dass es beiden Seiten etwas bringt. Auch man selbst lernt dazu und merkt vielleicht was für eine wichtige Rolle man im Leben spielt. Das es darum geht seine Fähigkeiten zu erkennen und so gut es geht einzusetzen.

Erhebt man seine Stimme, so wächst man selbst daran, ja man gewinnt persönliche Stärke. Es kommt auf die universellen Werte, wie Liebe, Güte und Frieden an. Handelt man aus ihnen heraus, so bringt es einem mehr Glück als jeder materieller Gegenstand.

Lydia wird verabschiedet

Die letzte Woche haben wir, also das Hayden Hall, uns von Lydia verabschiedet. Sie war jetzt ein Jahr in meiner Einsatzstelle und reist nun zurück ins ferne, graue Deutschland.

Sowohl die Mitarbeiter, als auch der Strive haben eine kleine Abschiedsfeier auf die Beine gestellt.

Es wurden Reden gehalten, gegessen, getanzt und gesungen.

Die Eltern der Kinder im Strive haben typisch indisch getanzt und es wurde Lydia mehrmals für ihre Unterstützung und Zuneigung gegenüber den Kindern gedankt. Jedoch auch Lydia selbst war in ihren letzten Tagen in Darjeeling sehr kreativ: Sie hat kleine Stofftaschentücher für die Kinder gebatikt und jeweils die Namen des jeweiligen Kindes darauf geschrieben. Diese wurden verteilt und mit staunenden Blicken der Kinder angenommen. Der Nachmittag hat natürlich mit einer Teezeit geendet:)

Nun bin ich als einzige Deutsche im Hayden Hall…es hat mir noch sehr gut getan die erste Zeit eine Ansprechperson zu haben, die sich auskennt und dann sogar noch deutsch spricht. Klar ist es komisch alleine zu sein, vor allem wenn man dann doch nach und nach merkt wie sehr man noch außen vor ist. Beispielsweise wird beim Mittagessen nur Nepali geredet und ich kann mich kaum einbringen. Auch abends bin ich meist auf meinem Zimmer und beschäftige mich mehr oder weniger selbst. Jedoch wird mir immer freundlich begegnet und auch dankend meine Hilfe angenommen.

Außerdem wird das Verhältnis zu meinen Arbeitskolleginnen Mona Miss, Zangmu Miss und Ganga Miss immer besser und mit den Kids sowieso:) Das genieße ich sehr im Strive…obwohl ich die Kinder nicht immer verstehe, begegnen diese einem immer unvoreingenommen und meist fröhlich. Das muntert mich immer auf, und sei es nur ein kurzes Lächeln oder ein „good morning Miss“ gekoppelt mit einem ausgestrekten Arm und einem zu mir aufschauendem, begeistertem Blick. Ansonsten kann ich mich grad nicht beklagen, die Arbeit macht Spaß und auch meine Einer-Wg ist bisher nicht übel:)

Meine ersten Tage im Strive

Der Kindergarten und auch die Kinder sind absolut nicht zu vergleichen mit denen in Deutschland.

Der Ablauf ist immer ungefährt derselbe: Am morgen spielen, malen oder gucken die Kleinen Fernsehen, während ein paar der Gruppe Schreiben üben. Da ich bisher noch neu bin bastele oder male ich in der Zeit. Beispielsweise Tiere, damit die Kinder die Namen in Englisch lernen können.

Bastelzeug ist hier teuer, deswegen wird alles recycelt und weiter verwendet. Um ca halb 11 gibt es dann immer eine kleine Teezeit, in der ich ich dann gerne die Farben mit den Kindern übe indem ich frage, welche Farbe die Tasse hat, die sie haben möchten. Danach gehen immer alle selbstständig aufs Klo und es kann weitergespielt werden.

Wir am Independence Day

Mittags waschen wir dann allen die Hände und gehen im Anschluss daran eine Etage tiefer, um Mittag zu essen. Dort setzen sich dann alle hin und warten alle bis sie ihre Portion bekommen. Die Kinder, die etwas langsamer sind werden gefüttert. Wenn sie ihre Schüssel leer haben, fordern alle paani, also Wasser. Das wird dann in die Schüssel gegossen und auch gelöffelt. Danach wird ein Mittagsschlaf gehalten. Dort liegen die Kleinen Haut an Haut auf einer Matte…das würde ohne viel Theater in Deutschland auch nie funktionieren. Am Nachmittag werden Lieder geübt und auch wieder gespielt. Um Drei kommt dann der Elternabholdienst.

Smile:)

Was mich immer noch etwas erschreckt ist, dass die Erzieherinnen die Kinder teilweise mit einem harschen Ton ansprechen oder am Arm packen, wenn eines der Kinder grad nicht bei der Sache ist oder einfach langsamer als die anderen ist. Dementsprechend haben die Kinder weniger Respekt vor Lydia und mir, jedoch versuchen wir uns auf unsere Weise durchzusetzen. In den letzten Tagen haben die Kinder gemerkt, dass ich auch mal lauter werden kann, jedoch auch immer für Späße offen bin.

Was ich auch feststellen musste ist, dass die Kinder eigentlich selten weinen… nicht wenn sie hinfallen und auch nicht wenn sie mal härter behandelt werden. Die Ausnahme ist, wenn man sie dann dazu auffordert, sich zu entschuldigen, also wenn sie selbst merken, dass sie etwas falsch gemacht haben.

Ich freue ich mich immer alle zu sehen, da sie hier im Strive gut aufgehoben sind und sie dann in einer anderen Umgebung als zuhause Kind sein können. Meistens sind die Kleinen immer stolz wenn sie etwas gemalt haben und rufen dann immer „Miss“, um mich auf sie aufmerksam zu machen und mir stolz ihr Bild zu zeigen.

Ich denke ich kann noch viel lernen, vor allem die Sprache, da ich nicht gut Nepali kann und die Kinder noch keine Englischen Sätze bilden können.

Ein kleiner Ausflug nach Kalimpong

Vorige Tage haben wir Helene und Theresa nach Kalimpong zu ihren Gastfamilien gebracht.

Auf dem Weg dorthin haben wir den Teesta überquert, ein großer Fluss, der vorwiegend aus Gletscherwasser besteht und dadurch relativ reißend ist.

Gut zwei Stunden später sind wir alle gut durchgeschüttelt aus dem Auto gestiegen. Theresa wohnt nun bei einer Familie, die ein kleines Haus am Berg, außerhalb der Stadt hat. Mir kam es vor wie beim Ferienlager…eine kleine Feuerstelle und provisorische Wäscheleinen. Um dorthinzugelangen sind wir einen kleinen Trampelpfad, der durch 10 Meter hohen Bambus und anderen Gewächsen führt, entlanggekrakselt. Um uns rum haben die Grillen ihr bestes gegeben, während wir deutschen uns staunend umgeguckt haben.

Es war sonst sehr leise da…Es ist ein guter Ort um auch mal alleine sein zu können und zu reflektieren, jedoch denke ich, dass das auch sehr schnell in Einsamkeit umschlagen kann- vor allem wenn man noch mit der Sprache zu kämpfen hat. Naja ich bin mal gespannt wie Theresa das alles sieht nach einer gewissen Zeit.

Nachdem Luis und ich dann nach zwei Abschieden und 4 Tee später in die Gandhi Ashram School zurückgekehrt sind, waren wir froh über eine RICHTIGE Dusche (in der Hayden Hall haben wir uns immer in Eimern gewaschen), da es deutlich tropischer in Kalimpong ist…gut 10 Grad mehr als in Darjeeling und Pflanzen, die man noch nie gesehen hat.

Abends hat man einen phantastischen Ausblick auf die Berge und man sieht nach und nach immer mehr Lichter. Dadurch, dass es so viele Dörfer gibt, sieht es aus wie ein Sternenhimmel: „You see, that´s our galaxy“, hat Father Paul wie ich finde passend auf den Punkt gebracht.

SAVE DRIVE, SAVE LIFE