Über Armut und die Macht seiner Stimme

Wie ist das mit sinnlosem, verschwenderischem Luxus? Und meist noch die Neigung der Menschen, sich von der Armut abzuwenden? Es war mir schon immer ein Rätsel, dass sich Menschen als ehrenswert empfinden können, obwohl sie ihre Mitmenschen demütigen.

Stichwort Medien und Nachrichten, alle sehen zu und tratschen aber eigentlich verschließen alle die Augen. Wer ist schonmal in ein absolut armes Land gefahren und hat alles mit eigenen Augen gesehen? Oder wenigstens versucht die Situation nachzuvollziehen? Mit Sicherheit die wenigsten. Wir können froh sein, dass es in Deutschland so etwas wie fleißend warmes Wasser gibt, man Bildung genießen kann und davon reichlich, es Einrichtungen für psychsisch kranke Menschen gibt, die Heizung aufdrehen zukönnen bis wir schwitzen, wir uns selbst aussuchen können wen wir heiraten und und und. Ich könnte die Liste noch ewig weiterführen. Hier in Indien sehe ich Kinder betteln , höre Geschichten von Frauen, die ihr Kind verkaufen, da sie nicht genug Geld für beide haben und auch das Bild der Frau könnte deutlich besser sein. Ich weiß, den meisten erzähle ich nichts neues, aber keiner kann sich das auch nur ansatzweise vorstellen. Nicht mal ich. Wir sollten anfangen zu schätzen was wir haben!

Meistens muss man jedoch nicht mal weit weg um mit Armut in Kontakt zu kommen. Armut hat viele Gesichter und manche dieser tragen Masken oder haben eine Fassade aufgebaut, um andere nicht in ihr nacktes Gesicht sehen zu lassen.

Jedoch auch hier die Frage: Wer hat sich schonmal bewusst mit einem Obdachlosen unterhalten oder sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt? Meistens schauen wir die bettelnden doch nur an, richtig sehen tun wir sie aber nicht. Und mich eingeschlossen. Bis wir irgendwann bei einem der Seminare den Auftrag bekommen haben mal nicht die Augen zu verschließen. Und ich habe mich mit vielen dieser Leute unterhalten und habe mich am Ende dieser Einheit erschüttert gefragt warum ich das nicht mal früher gemacht habe. Ja, manche Geschichten waren nicht einfach zu verdauen, aber es ist wenigstens ein kleiner, klitzekleiner Schritt Menschen zu begegnen und im besten Fall macht man dann etwas aus dieser Erfahrung.

Father Paul ist das beste Beispiel hierfür

Und wenn man so etwas macht sollte man den Menschen nicht mit Mitleid begegnen, sondern Mitgefühl zeigen. Man ist in der Lage seine Fähigkeiten oder Besitztümer zu teilen und Selbstvertrauen stärken. Selbstvertrauen, aus dem dann irgendwann etwas eigenes werden kann. Und ich bin der Ansicht, dass es beiden Seiten etwas bringt. Auch man selbst lernt dazu und merkt vielleicht was für eine wichtige Rolle man im Leben spielt. Das es darum geht seine Fähigkeiten zu erkennen und so gut es geht einzusetzen.

Erhebt man seine Stimme, so wächst man selbst daran, ja man gewinnt persönliche Stärke. Es kommt auf die universellen Werte, wie Liebe, Güte und Frieden an. Handelt man aus ihnen heraus, so bringt es einem mehr Glück als jeder materieller Gegenstand.

Eine Antwort auf „Über Armut und die Macht seiner Stimme“

  1. Liebe Lara,
    mit Spannung verfolge ich deinen Blog, seitdem du nach Indien gereist bist. Dieser Blogeintrag heute, hat mich besonders berührt. Als ich letztes Jahr in Indien war, ist mir die Armut der Menschen auch mitten ins Herz gegangen. Ich verstehe so gut, wovon du schreibst. Ich wünsche Dir weiterhin gute Begegnungen und Momente, die ins Herz gehen und die Kraft all das zu verarbeiten.
    Viele Grüße aus Everswinkel
    Deine Caro (Roberg)

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