„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“

Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt und ist ein wenig eine Motivation für die nächsten Monate…dieser Satz wurde uns auf dem Zwischenseminar, wo sich für eine Woche 12 Jugendliche im Süden von Indien bei Father Xaviers Familie getroffen haben und sich ausgetauscht wurde.

Sarah, meine Mentorin aus Deutschland und Koordinatorin der Jesuitvolunteers ist auch angereist und hat mit Xavier unser Programm geleitet. Ich werde nicht auf jeden Programmpunkt eingehen, aber das wichtigste in meinen Augen teile ich natürlich:)

Zunächst einmal war es schön und doch ungewohnt wieder so viele Deutsche um sich zu haben.

Kennlernspiele:)

Die ersten zwei Tage haben wir uns näher kennengelernt und unsere Projekte den anderen vorgestellt. Am dritten Tag hatte jeder Zeit eine Situation, die ihn beschäftigt oder schwerfällt zu verarbeiten vorstellen und es wurde zusammen nach einer Lösung gesucht. Es war schön zu merken, dass man nicht die einzige ist, die ab und zu Überfordert ist.

Am Ende haben wir uns noch selbst aufgeschrieben an was wir in der zweiten Hälfte unseres Jahres arbeiten möchten und haben uns mit einem Partner darüber ausgetauscht.

Darüber hinaus hatten wir noch eine Einheit über Globalisierung und auch das Kastensystem. Ich habe beim zweiten gennenten Punkt deutlich was dazugelernt und merke auch, dass manche Verhaltensweisen auch dem System geschuldet sind. Außerdem, dass man sich manchmal einfach fügen muss, da die Kultur es so verlangt und wir es in Deutschland anders kennen oder als selbstverständlich ansehen.

An einem Tag waren wir verschiedene Tempel besuchen und waren nachmittags an einem Staudamm schwimmen, was sehr viel Spass gemacht hat. Vor allem war ich ganz froh ein bisschen was von Trichy zu sehen.

An drei Abenden waren wir in dem Dorf wo wir gelebt haben, da dort ein Pfarrfest stattgefunden haben, wo wir sogar einen kleinen Tanz eingeprobt haben…ist zwar nicht perfekt, aber wir haben das sehr spontan gemacht:) Es war sehr schön einen kleinen Einblick in das Dorfleben zu haben und auch sich ein wenig mit den Leuten dort auszutauschen. Hier der Link zum You Tube Video:

https://youtu.be/3e65l7URbyg

Ein weiteres Highlight war der Europäische Abend, wo wir über eine selbstgemachte Lasagne im Steinofen mit Feuer vorm Haus, Kaiserschmarrn, Salat und Grillgemüse alles selbst zubereitet haben.

Zusammenfassend kann man sagen das mir das alles sehr gut getan hat…ich aber auch froh war als ich zurück im kalten Darjeeling war, da das doch mein Zuhause geworden ist. Außerdem war es sehr gut seine Zeit nochmal zu reflektieren und ich bin ganz guter Dinge was die leider schon knapp letzten fünf Monate angeht:)

Unterschiede und Ungerechtigkeiten

Bei meiner Reise durch den Süden sind mir doch schon sehr viele Unterschiede zum Norden aufgefallen. Und auch, dass es nicht das eine Indien gibt. Die meisten denken an den Süden, bzw hier kommen die meisten Vorurteile her.

Das Essen ist deutlich anders, aber gar nicht so scharf wie erwartet. Außerdem ist er deutlich kulureller. Owohl man das eigentlich nicht so sagen kann…denn im Süden gibt es mehr Hindus, also auch mehr Tempel und eifach noch nicht so westlich wie der Norden. Das sieht man an der Kleidung und auch der Sprache. Viel weniger Leute können Englisch und es gibt auch viel Armut. Natürlich vorwiegend uaf den Dörfern.

Was ich auch festgestellt habe ist natürlich das Bild der Frau. Hier ist es wirklich oft so, dass die Frau kaum ein mitspracherecht hat und auch arranged Marriages und das Kastensystem sind noch sehr in den Köpfen der Menschen verankert, während all das im Norden immer mehr verblasst.

Viele Männer sind Alkoholabhängig und die jungen Frauen sind sehr schüchtern. Die meisten verstecken sich regelrecht und haben Minderwertgkeitsgefühle. Das habe ich vor allem im Kontrast von Baghmara zu Chennai bemerkt. Die Jungs und auch Mädchen im Norden haben mich umzingelt und ausgefragt, und im Süden kurz angeschaut und dann verschämt weggeguckt. Das hat mich sehr mitgenommen, da ich mich nicht als schöner oder besser als sie wahrnehme.

Es wird sich sogar mit einer Paste eingeschmiert, damit die Haut nicht so dunkel wird, da eine Frau in den Augen der Tamilen schöner ist wenn sie helle Haut hat. Es ist doch krank, in Europa geht man ins Solarium, damit man braun wird und hier genau andersherum. Warum kann man nicht einfach zufrieden sein wie man ist und einfach mal aufhören die Menschen in jegliche Kategorien einzuteilen?

Außerdem habe ich auch am eigenen Leib erfahren müssen, dass ich eine Frau bin und einfach weniger Wert bin als die Männer, so wird zumindest hier gedacht.

Ich durfte nicht allein an der Tür des Zuges sitzen, als Flo dann dazu kam hat keiner mehr was gesagt. Ich wurde oft angeguckt und habe mich manchmal auch leicht gestalkt gefühlt. Auch Hannah darf normalerweise nicht allein unterwegs sein. Auch beim schwimmen ist es nicht erlaubt als Frau Haut zu zeigen während Männer tragen können was sie möchten. Es ist so absurd in meinen Augen. Man fühlt sich auch einfach schlecht und ungerecht behandelt. Als ich im Zug saß habe ich mir gedacht, wow ich bin so frei und kann tun und lassen was ich will. Was ein Privileg! Wieso habe ich das verdient? Ich bin auch nur jemand unter vielen. Ich möchte die Menschen verstehen. Und versuche das gute in all dem manchmal hoffnungslosen sehen.

Zum Glück bessert sich die Situation immer mehr. Dennmoch sehr langsam. Und manche Dinge kann man nicht erzwingen, es muss von den Menschen vor Ort kommen. Als Beispiel habe ich auf dem Seminar eine Studentin kennnegelernt, die verheiratet ist und gerade zwei Jahre Bildung genießt. Daran sieht man das immer mehr Leute sich von den alten Strukturen lösen und das wiederum gibt mir Hoffnung.

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