Verfrühte Ausreise

Ich bin wieder zurück in Deutschland… Corona betrifft somit auch mich.

Mir wurde am Dienstag gesagt, dass alle Freiwilligen ausreisen müssen und zurückkommen sollen aufgrund der Deutschen Regierung, die das beschlossen hat. Und nicht nur von den Jesuiten, sondern Weltweit.

Ich wollte das zunächst nicht wahrhaben, dennoch musste ich innerhalb von 4 Tagen Abschied von meinem so lieb gewonnenen Indien nehmen. Es kam sehr überraschend, da in zwar die Schulen und Kindergärten zugemacht haben aber die Situation längst nicht so dramatisch ist wie hier, da es im Norden noch keinen Fall gibt.

Trotz der kurzen Zeit habe ich versucht den Abschied und die letzten Tage so schön wie möglich zu gestalten. Es wurde noch eine kleine Abschiedsfeier im Hayden Hall mir zuliebe gefeiert und Wir haben uns noch mit meinem Freund Artimus getroffen und noch einmal Tongba das lokale Bier getrunken.

Vor allem Die Zeit davor konnte ich noch genießen, da mein Freund gekommen ist um in meine Welt einzutauchen. Ich habe versucht in der kurzen Zeit ihm einen groben Überblick zu verschaffen und ich bin dankbar, dass wenigstens er mich ansatzweise verstehen kann.

Meine Familie, das Hayden Hall

Es ist komisch wieder zurück zu sein, wo man doch eigentlich gar nicht da sein möchte. Und es ist so leer… und vor allem kann ich mich nicht wirklich mit dem Gedanken anfreunden nicht rausgehen zu dürfen.

Ich fühle mich fehl am Platz, es ist eine Mischung aus Vertrautem aber auch sich fremd fühlen weil das neue ich nicht mehr in das alte Leben passt. Trotzdem bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben und bin unendlich dankbar für all die bekanntschaften und Freunde die ich in mein Herz schließen durfte.

Ich werde weiterhin noch meine Gedanken und vor allem das einleben in Zukunft weiterschreiben. Bis bald, Lara

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“

Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt und ist ein wenig eine Motivation für die nächsten Monate…dieser Satz wurde uns auf dem Zwischenseminar, wo sich für eine Woche 12 Jugendliche im Süden von Indien bei Father Xaviers Familie getroffen haben und sich ausgetauscht wurde.

Sarah, meine Mentorin aus Deutschland und Koordinatorin der Jesuitvolunteers ist auch angereist und hat mit Xavier unser Programm geleitet. Ich werde nicht auf jeden Programmpunkt eingehen, aber das wichtigste in meinen Augen teile ich natürlich:)

Zunächst einmal war es schön und doch ungewohnt wieder so viele Deutsche um sich zu haben.

Kennlernspiele:)

Die ersten zwei Tage haben wir uns näher kennengelernt und unsere Projekte den anderen vorgestellt. Am dritten Tag hatte jeder Zeit eine Situation, die ihn beschäftigt oder schwerfällt zu verarbeiten vorstellen und es wurde zusammen nach einer Lösung gesucht. Es war schön zu merken, dass man nicht die einzige ist, die ab und zu Überfordert ist.

Am Ende haben wir uns noch selbst aufgeschrieben an was wir in der zweiten Hälfte unseres Jahres arbeiten möchten und haben uns mit einem Partner darüber ausgetauscht.

Darüber hinaus hatten wir noch eine Einheit über Globalisierung und auch das Kastensystem. Ich habe beim zweiten gennenten Punkt deutlich was dazugelernt und merke auch, dass manche Verhaltensweisen auch dem System geschuldet sind. Außerdem, dass man sich manchmal einfach fügen muss, da die Kultur es so verlangt und wir es in Deutschland anders kennen oder als selbstverständlich ansehen.

An einem Tag waren wir verschiedene Tempel besuchen und waren nachmittags an einem Staudamm schwimmen, was sehr viel Spass gemacht hat. Vor allem war ich ganz froh ein bisschen was von Trichy zu sehen.

An drei Abenden waren wir in dem Dorf wo wir gelebt haben, da dort ein Pfarrfest stattgefunden haben, wo wir sogar einen kleinen Tanz eingeprobt haben…ist zwar nicht perfekt, aber wir haben das sehr spontan gemacht:) Es war sehr schön einen kleinen Einblick in das Dorfleben zu haben und auch sich ein wenig mit den Leuten dort auszutauschen. Hier der Link zum You Tube Video:

https://youtu.be/3e65l7URbyg

Ein weiteres Highlight war der Europäische Abend, wo wir über eine selbstgemachte Lasagne im Steinofen mit Feuer vorm Haus, Kaiserschmarrn, Salat und Grillgemüse alles selbst zubereitet haben.

Zusammenfassend kann man sagen das mir das alles sehr gut getan hat…ich aber auch froh war als ich zurück im kalten Darjeeling war, da das doch mein Zuhause geworden ist. Außerdem war es sehr gut seine Zeit nochmal zu reflektieren und ich bin ganz guter Dinge was die leider schon knapp letzten fünf Monate angeht:)

Unterschiede und Ungerechtigkeiten

Bei meiner Reise durch den Süden sind mir doch schon sehr viele Unterschiede zum Norden aufgefallen. Und auch, dass es nicht das eine Indien gibt. Die meisten denken an den Süden, bzw hier kommen die meisten Vorurteile her.

Das Essen ist deutlich anders, aber gar nicht so scharf wie erwartet. Außerdem ist er deutlich kulureller. Owohl man das eigentlich nicht so sagen kann…denn im Süden gibt es mehr Hindus, also auch mehr Tempel und eifach noch nicht so westlich wie der Norden. Das sieht man an der Kleidung und auch der Sprache. Viel weniger Leute können Englisch und es gibt auch viel Armut. Natürlich vorwiegend uaf den Dörfern.

Was ich auch festgestellt habe ist natürlich das Bild der Frau. Hier ist es wirklich oft so, dass die Frau kaum ein mitspracherecht hat und auch arranged Marriages und das Kastensystem sind noch sehr in den Köpfen der Menschen verankert, während all das im Norden immer mehr verblasst.

Viele Männer sind Alkoholabhängig und die jungen Frauen sind sehr schüchtern. Die meisten verstecken sich regelrecht und haben Minderwertgkeitsgefühle. Das habe ich vor allem im Kontrast von Baghmara zu Chennai bemerkt. Die Jungs und auch Mädchen im Norden haben mich umzingelt und ausgefragt, und im Süden kurz angeschaut und dann verschämt weggeguckt. Das hat mich sehr mitgenommen, da ich mich nicht als schöner oder besser als sie wahrnehme.

Es wird sich sogar mit einer Paste eingeschmiert, damit die Haut nicht so dunkel wird, da eine Frau in den Augen der Tamilen schöner ist wenn sie helle Haut hat. Es ist doch krank, in Europa geht man ins Solarium, damit man braun wird und hier genau andersherum. Warum kann man nicht einfach zufrieden sein wie man ist und einfach mal aufhören die Menschen in jegliche Kategorien einzuteilen?

Außerdem habe ich auch am eigenen Leib erfahren müssen, dass ich eine Frau bin und einfach weniger Wert bin als die Männer, so wird zumindest hier gedacht.

Ich durfte nicht allein an der Tür des Zuges sitzen, als Flo dann dazu kam hat keiner mehr was gesagt. Ich wurde oft angeguckt und habe mich manchmal auch leicht gestalkt gefühlt. Auch Hannah darf normalerweise nicht allein unterwegs sein. Auch beim schwimmen ist es nicht erlaubt als Frau Haut zu zeigen während Männer tragen können was sie möchten. Es ist so absurd in meinen Augen. Man fühlt sich auch einfach schlecht und ungerecht behandelt. Als ich im Zug saß habe ich mir gedacht, wow ich bin so frei und kann tun und lassen was ich will. Was ein Privileg! Wieso habe ich das verdient? Ich bin auch nur jemand unter vielen. Ich möchte die Menschen verstehen. Und versuche das gute in all dem manchmal hoffnungslosen sehen.

Zum Glück bessert sich die Situation immer mehr. Dennmoch sehr langsam. Und manche Dinge kann man nicht erzwingen, es muss von den Menschen vor Ort kommen. Als Beispiel habe ich auf dem Seminar eine Studentin kennnegelernt, die verheiratet ist und gerade zwei Jahre Bildung genießt. Daran sieht man das immer mehr Leute sich von den alten Strukturen lösen und das wiederum gibt mir Hoffnung.

Meine Reise durch halb Indien

Hey! Ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet, weswegen ich echt viel zu erzählen habe. Also stellt euch auf einen etwas längeren Beitrag ein:)

Nachdem ich Weihnachten ganz entpannt mit Luis auf dem Dorf verlebt habe, bin ich kurz darauf mit Sister Chunku zu ihrer Familie nach Monsung gefahren. Dies ist eine kleine Siedlung im Tal, in der Nähe von Kalimpong. Dort habe ich ihre Mutter, Vater, Bruder und auch ihre Tante und Cousinen kennengelernt. Eine ziemlich große Familie die dort wohnt, und ich habe alle schnell in mein Herz geschlossen. Ich wurde mit den Worten „You are now a family member, not our guest“ aufgenommen. Hier schien das Leben friedlich, nicht so hektisch. Dennoch sind wir Sonntags knapp zwei Stunden zur Messe gelaufen, haben typisch Nepalesisches Bier, genannt Tongba getrunken, Spaziergänge durch das Grün unternommen und viel gelacht.

Zu Neujahr sind wir an die Grenze zu Bhutan gefahren und ich habe festgestellt, dass die Inder vorwiegend am 1. feiern. Und das sieht so aus: Man sucht sich einen Platz, hier der Fluss und campiert dort für den ganzen Tag, während man trinkt, tanzt und lacht. Der letzte Abschnitt der Reise führte uns nach Sikkim. Dort wohnt die Schwester von Sister:) und betreibt eine Farm, die sogar schon mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde. Dort habe ich uum erstaunen aller gerne bei der Brokkoliernte mitgeholfen und auch alles probiert was mir angeboten wurde. Diese Zeit hat mir viel bedeutet, einfach weil ich viele neue und positiv eingestellte Menschen mit einer Offenheit, die mich sehr beeindruckt hat, kennenlernen durfte und einen Einblick in das Familienleben der Sister hatte.

Sooo…nach all dem ging es für mich ziemlich direkt in das Große Indien. Ich kann leider nicht alles erzählen, aber ich versuche das zu übermitteln was eine große Bedeutung hatte.

Zunächst bin ich nach Baghmara zu Flo und Simon gefahren. Dort konnte ich einen Einblick in deren Tagesablauf erhaschen und durfte einige von den Kindern kennenlernen, die dort in die St. Xavier School gehen, in der die beiden arbeiten. Ich wurde regelrecht überhäuft von den Kids und war erstmal die Attraktion des Tages. Die beiden leben mit drei Fathers in der Residenz, die auch auf dem Campus ist, zusammen. Falls ihr genaueres wissen wollt, schaut doch mal auf ihren Blogs vorbei:)

https://www.simon.fsj-indien.de

https://www.florian.fsj-indien.de/

Für mich war es wichtig zu sehen, wie die beiden leben und mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert sind und noch wichtiger wie sie damit umgehen.

Zu dritt haben wir uns dann auf die Reise nach Chennai, zu Hannah gemacht. Das bedeutet: einen Tag fahrt im Zug nach Kalkutta und von da aus nochmal zwei Tage nach Chennai…56 Stunden Fahrt insgesamt. Wahrscheinlich schlagt ihr jetzt die Hände über dem Kopf zusammen, aber man lernt sich hier Geduld zu üben und wir waren ja zu dritt:) Jeder hat eine Schlafkoje, in der ich sogar recht gut geschlafen habe.

Kekse, Bananen und Samosas waren unsere Mahlzeiten, da wir uns nicht getraut haben das Essen aus dem Zug zu essen. Am Anfang habe ich mich total gefreut wie verhältnismäßig sauber es ist, bin aber ziemlich schnell dahinter gekommen, dass der aufgekehrte Müll aus der offenstehenden Tür, wo ich oft die Landschaften an mir vorbeiziehen ließ, herausgekehrt wird. Das erklärt auch den Müll, der parallel zu den Schienen liegt…

Schließlich angekommen haben wir im Loyola College übernachtet und sind dann ca 3 Std aus der Stadt herausgefahren, um Hannahs Projekt zu besuchen. Sie wohnt in einem Girls Hostel und arbeitet in der Schule, die auch auf dem Campus ist. Da die Schule Tamil Medium ist, hatte sie anfangs keine andere Wahl als Tamil zu lernen. Und das ist wirlich bewundernswert, da dies eine der ältesten Sprachen der Welt ist. Mit Hannah habe ich die Nacht auf dem Dach verbracht, warm genug ist es dort ja:), wurden leider aber um 5:30 von dem Hindu Tempelgesang in der Nähe geweckt. Am folgenden Tag sind wir durch die angrenzenden Dörfer spaziert und wurden bestimmt 30 mal gefragt ob wir schon gegessen haben. Dies ist eine Höflichkeitsform, wie bei uns das „wie geht es dir“. Dort sind wir auf einen Truck gestoßen, der kurzerhand in einen See gefahren wurde, um ihn sauber zu bekommen, auf eine Competition, wo verschiedene Familien auf dem Boden mit Pulver Mandalas gemalt haben. Zu der Zeit war gerade Pongal, ein Tamilisches Erntedankfest, was 4 Tage lang geht und an jedem Tag wird etwas anderes zelebriert. Der erste Tag steht für Reinigung (altes wird aussortiert oder auch verbrannt), der zweite wird dazu genutzt das typische Pongal-Gericht zu kochen und zu essen, am dritten Tag wird den Kühen für ihre Dienste gedankt und am letzten verreisen die Tamilen, um ihre Familienmitglieder zu besuchen.

Außerdem durften wir Zuckerrohr essen und hätten fast ein paar Hundebabys mitgenommen. In Chennai und auch in Mahabalipuram, wo wir auch noch für zwei Tage waren, haben ich das erste mal seit ich in Indien bin, das Meer gesehen. Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen uns auch einmal abzukühlen. Leider nicht so unbefangen, wie in Europa, weil immer einer bei den Sachen bleiben muss, man oft angebettelt wird und man als Frau sehr bedeckt sein muss. Dazu aber im nächsten Beitrag mehr.

Außerdem waren wir in mehreren Tempeln, die sehr beeindruckend waren, da im Süden doch deutlich mehr der Hinduismus vertreten ist. Am 20. Januar fing dann unser Zwischensemiar in Tiruchirappalli, kurz Trichy an.

Dazu auch mehr im nächsten Beitrag, sonst wird es wirklich zu lang…hier geht’s zu Hannahs Blog:

https://hannah.fsj-indien.de

und hier der Link um noch ein paar mehr Fotos zu sehen:)

https://photos.app.goo.gl/7bAXpSoy2dMF4LPN6

Lara the Artist!?

Hallo miteinander!

Ich dachte ich schreibe nochmal kurz und update was so in den letzten Wochen passiert ist.

Letzte Woche bin ich spontan für eine Woche in Kalimpong geblieben.

Um dort, natürlich als „Artist“ so wie ich mittlerweile vorgestellt werde, zu arbeiten. Und zwar werden gerade neue Musikräume für die Gandhi Ashram School gebaut und ich soll mit Fiorenza, einer Innenarchitektin aus Italien diese Räume designen. Und dann kam uns die grandiose Idee, die Kinder selbst Musikinstrumente zeichnen zu lassen, wovon dann die besten ausgesucht und als Sticker an die jeweiligen Räume geklebt werden. Der Rest der Zeichnungen wird als Collage verarbeitet und im Auditorium was bis nächstes Jahr fertig gebaut sein soll, ausgehängt.

Dementsprechend bin ich mit einer Freiwilligen aus Brasilien, die mir netterweise geholfen hat, in die Klassen gegangen und habe die Kinder motiviert ihr Lieblingsinstrument zu malen.

Es war sehr interessant zu beobachten wie unterschiedlich die verschiedenen Altersgruppen an das malen herangegangen sind. Vor allem als wir anfangs gesagt haben, dass radieren nicht erlaubt ist sind wir auf entsetzte Gesichter gestoßen.

Was mich erschreckt hat ist, dass vor allem die älteren Mädchen wirkliche Hemmungen hatten die Zeichnung überhaupt anzufangen. Das liegt glaube ich vorwiegend daran, dass sie normalerweise immer alles vom Lehrer vorgesetzt bekommen und auch in Kunst vorwiegend Bilder abmalen. Da jetzt sie selbst gefragt waren, stellte es sich offensichtlich als sehr schwer heraus einfach mal drauf loszumalen.

Die Woche in Kalimpong war wie ein kleiner Urlaub für mich, weil ich doch sehr viel Freizeit hatte:) Ich bin ein bisschen im Wald spazieren gegangen und habe die Umgebung erkundet.

es weihnachet:)

Es tat mir sehr gut habe ich festgestellt, da ich den Frieden in diesem Ort gespürt habe und auch wieder mal die Kraft der Natur.

Ja, und zurück in Darjeeling habe ich mich natürlich wieder auf die Kinder gefreut, die ich jetzt leider nur noch 2 Wochen sehe, dann sind Winterferien und im Februar kommen neue Kinder.

Apropos Winterferien… Vorraussichtlich werdet ihr bis Februar nichts von mir hören, da ich ziemlich viel unterwegs bin. Zunächst feiere ich Weihnachten mit Luis in Sittong, wo dann übrigens auch ein You Tube Video entsteht:) und dann fahre ich mit Sister Chunku zu ihrer Familie. Im Anschluss daran besuche ich Simon und Flo, mit denen ich dann zu Hannah nach Chennai fahre. Von da aus geht es dann über Pondicherry nach Trichy, wo wir dann das einwöchige Seminar haben. Das wird mal interessant, den Süden im Kontrast zum Norden zu sehen… Vor allem bin ich ganz froh im Januar weg zu sein, da es hier mittlerweile echt ungemütlich von der Temperatur wird. Ich sitze morgens mit Winterjacke unter einer Decke in meinem Zimmer während ich schon meinen Atem sehe und versuche meinen Freunden zu antworten, ohne das meine Hände abfrieren. Ich glaube ich sollte mir mal Handschuhe kaufen…

Außerdem möchte ich nocheinmal auf die finanzielle Unterstützung für mein Projekt oder generell die Jesuiten hinweisen. Ich würde mich sehr über eine Spende freuen, vielleicht auch als alternatives Weihnachtsgeschenk für mich aber auch für die betroffenen Personen. Es liegt mir viel daran die Hayden Hall zu unterstützen, vor allem die Kinder sind mir schon sehr ans Herz gewachsen, jedoch sind diese auf Spenden angewiesen. Danke!

Und weil die Kinder so süß sind hier noch ein paar Fotos:

Meine ersten Tage im Strive

Der Kindergarten und auch die Kinder sind absolut nicht zu vergleichen mit denen in Deutschland.

Der Ablauf ist immer ungefährt derselbe: Am morgen spielen, malen oder gucken die Kleinen Fernsehen, während ein paar der Gruppe Schreiben üben. Da ich bisher noch neu bin bastele oder male ich in der Zeit. Beispielsweise Tiere, damit die Kinder die Namen in Englisch lernen können.

Bastelzeug ist hier teuer, deswegen wird alles recycelt und weiter verwendet. Um ca halb 11 gibt es dann immer eine kleine Teezeit, in der ich ich dann gerne die Farben mit den Kindern übe indem ich frage, welche Farbe die Tasse hat, die sie haben möchten. Danach gehen immer alle selbstständig aufs Klo und es kann weitergespielt werden.

Wir am Independence Day

Mittags waschen wir dann allen die Hände und gehen im Anschluss daran eine Etage tiefer, um Mittag zu essen. Dort setzen sich dann alle hin und warten alle bis sie ihre Portion bekommen. Die Kinder, die etwas langsamer sind werden gefüttert. Wenn sie ihre Schüssel leer haben, fordern alle paani, also Wasser. Das wird dann in die Schüssel gegossen und auch gelöffelt. Danach wird ein Mittagsschlaf gehalten. Dort liegen die Kleinen Haut an Haut auf einer Matte…das würde ohne viel Theater in Deutschland auch nie funktionieren. Am Nachmittag werden Lieder geübt und auch wieder gespielt. Um Drei kommt dann der Elternabholdienst.

Smile:)

Was mich immer noch etwas erschreckt ist, dass die Erzieherinnen die Kinder teilweise mit einem harschen Ton ansprechen oder am Arm packen, wenn eines der Kinder grad nicht bei der Sache ist oder einfach langsamer als die anderen ist. Dementsprechend haben die Kinder weniger Respekt vor Lydia und mir, jedoch versuchen wir uns auf unsere Weise durchzusetzen. In den letzten Tagen haben die Kinder gemerkt, dass ich auch mal lauter werden kann, jedoch auch immer für Späße offen bin.

Was ich auch feststellen musste ist, dass die Kinder eigentlich selten weinen… nicht wenn sie hinfallen und auch nicht wenn sie mal härter behandelt werden. Die Ausnahme ist, wenn man sie dann dazu auffordert, sich zu entschuldigen, also wenn sie selbst merken, dass sie etwas falsch gemacht haben.

Ich freue ich mich immer alle zu sehen, da sie hier im Strive gut aufgehoben sind und sie dann in einer anderen Umgebung als zuhause Kind sein können. Meistens sind die Kleinen immer stolz wenn sie etwas gemalt haben und rufen dann immer „Miss“, um mich auf sie aufmerksam zu machen und mir stolz ihr Bild zu zeigen.

Ich denke ich kann noch viel lernen, vor allem die Sprache, da ich nicht gut Nepali kann und die Kinder noch keine Englischen Sätze bilden können.

Erste Eindrücke

Naamaaste!

Endlich da.

Wir steigen in eine Art Landrover und werden nach Darjeeling gebracht. Tausend Eindrücke prasseln auf mich ein:

Bunt gekleidete Leute laufen kreuz und quer über die Straße während die Autos durchgehend hupen um sich lediglich anzukündigen. Je höher die holprige Fahrt geht, desto kühler und nebeliger wird es. Zwischenzeitig wird einer Kuh, einem anderen vollbepackten Auto oder einem Fahrradfahrer ausgewichen. Es ziehen kleine Hütten und Teefelder an mir vorbei.

Straßenschilder werden hier überbewertet, genauso wie die Mittellinie. Nach dem Motto, jeder fährt so, wie er will… Dementsprechend brauchen wir für 60 Kilometer auch 2 ½ Stunden.

Angekommen wurden wir lieb begrüßt mit einem Darjeeling Tee (wer hätte es gedacht). Jetzt lebe ich mit Theresa, Luis und Helene im Hayden Hall, bis wir uns aklimatisiert haben:) Die anderen fahren dann in den Nachbarort um dort zu arbeiten.

Ansonsten habe ich schon eine Kurta (die Kleidung hier) gekauft und mir die Stadt angeschaut…immerhin lebe ich hier für ein Jahr. Es ist sehr voll hier und das gehupe und die Menschenmassen machen es ein bisschen hektisch. Außerdem sieht man hier deutlich mehr Müll als in Deutschland und auch die Luft ist nicht so die beste.

Jedoch hat darjeeling echt schöne Ecken. Es ist bunt und alle grüßen einen mit einem freundlichen Namaste. Die kleinen Gassen sind der Hammer und der Markt, wo es wirklich alles gibt hat eine unbeschreibliche Athmosphäre.

Bald fängt die Arbeit für mich im Strive an. Das ist hier der Kindergarten. Heute habe ich schon ein bisschen gebastelt und beim Lunch geholfen, das die Kleinen auch aufessen;)

Da die Kinder so gut wie nur Nepali sprechen und grade Englisch lernen, stürze ich mich auch mal in die neue Sprache… der Klang ist total schön, vor allem wenn alle zusammen singen.

Jedoch muss ich immer nachfragen was dies und jenes heißt, anders geht es nicht.

Ma ahile jaane sutne, Raamro saangaa jannus!

Ich gehe jetzt schlafen, auf Wiedersehen!

Downtown erkunden
Auch die Kleidung muss mal gewaschen werden
Ausblick von der Dachterasse

Unser Besuch in einer Papierfabrik

In diesem Blogeintrag möchte ich meine Gedanken und Eindrücke über unseren Besuch in einer Papierfabrik in Jaipur berichten, da dieser mich sehr zum nachdenken angeregt hat. Doch zunächst einmal die Vorgeschichte:

Maleen studiert „Restaurierung und Konservierung von Schriftgut“ und schreibt ihre Masterarbeit über Jain-Manuskripte. Diese stammen vorwiegend aus dem 15./16. Jahrhundert. Sie versucht herauszufinden, aus welchen Fasern diese bestehen und wie eine Restaurierung dieser Manuskripte möglich wäre. In der Literatur wird vermutet, dass Jute und Hanf der Hauptbestandteil sind. Zusätzlich zu ihrer Literaturrecherche möchte sie nun auch Informationen aus Indien selbst miteinfließen lassen und möchte nun bestenfalls die Jute-Hanf-These bestätigen, indem sie mit den Menschen vor Ort redet.

Aus diesem Grund hatte sie einen Termin mit dem Chef einer Papierfabrik in Jaipur … Florian und ich haben sie begleitet. Zunächst wurden wir durch einen bewachten Eingang gewunken und wurden bis in ein modernes Büro geführt. Dort haben wir von einem Bediensteten Wasser angeboten bekommen und Maleen durfte dem Chef (ich nenne bewusst keine Namen) mehrere Fragen zu der Beschaffenheit der Manuskripte und der Herstellung des Papiers stellen. Er erzählte uns unter anderem, dass seine Fabriken eine der größten in Jaipur sind, aber schon seit 20 Jahren nur noch Papier aus Baumwolle herstellen. Am Ende des Gesprächs wurden wir zu einer privaten Führung durch eine seiner Fabriken eingeladen.

Dort wurden wir mit seinem privaten Auto von seinem Fahrer hingefahren. Am Eingang weckte das Schild „Child Labour Prohibited“ meine Aufmerksamkeit. Meine erste Reaktion war positiv, ich finde es wirklich gut, dass sie keine Kinderarbeit unterstützen, aber dass sie dafür extra ein Schild brauchen, stimmte mich wiederum sehr nachdenklich.

In der Fabrik selbst durften wir beobachten, wie Papier hergestellt wird. Dafür wird Baumwollstoff zerkleinert und in Wasser eingeweicht. Die sogenannte Pulpe wird dann in eine Art Becken geleitet, wo dann mit einem Schöpfrahmen eine Schicht dieses Baumwoll-Wassergemischs abgetragen wird. Diese wird gepresst und im Anschluss aufgehängt zum trocknen. Am Ende wird das Papier ggf. noch zugeschnitten und auf Qualität geprüft. Es entsteht ein rechteckiges Papier, ca. A2 Format. Dieser Prozess ist der ursprüngliche, sehr aufwändige Vorgang Papier herzustellen. In der Fabrik haben wir zwar auch die Becken zum Schöpfen anschauen können, jedoch waren diese nicht wirklich in Benutzung. Hier wurde das Papier „Handmade“ mit der Maschine hergestellt. Aber auch hier sah man die einzelnen Schritte: Der Baumwollstoff wird mit Wasser gemischt und eingeweicht, später auf ein Band geleitet, wo es in der gewünschten Breite durch verschiedene Rollen geleitet wird, damit es dünner und trockener wird. Am Ende des Prozesses entstand eine Papierbahn, aufgewickelt in Rollenform.

Zusätzlich wurden in der Fabrik Dekoartikel, wie Papierweihnachtsbäume hergestellt. Hier gab es verschiedene Stationen. Stationen zum Ausschneiden/Stanzen, Bemalen, Kleben, Bedrucken und auch zum Überprüfen, sowie zum Verpacken der einzelnen Artikel. Auffällig war, dass vor allem Männer an den Maschinen saßen und Frauen eher für das Bemalen, Kleben oder Sortieren waren. Arbeitsschutzkleidung gab es auch nicht wirklich. Es wurde in Schlappen gearbeitet und alle hatten ihre alltägliche Kleidung an. Lediglich einige Männer, die mit Farbe gearbeitet haben, hatten eine Stoffmaske auf. Zudem wirkten die Menschen dort nicht unzufrieden aus unserer Perspektive.

Ich fand es sehr aufwühlend zu sehen, was für ein Aufwand es ist, diese ganzen Artikel herzustellen und wie blind wir Menschen aus der westlichen Welt diese Artikel Jahr für Jahr kaufen. In welcher Masse sie genau für den Zweck produziert werden. Die Menschen in der Fabrik schienen nicht unter schlechten Konditionen zu arbeiten, aber das war auch nur eine Einschätzung von außen. Dennoch ist es erschreckend zu realisieren, wie unbedacht wir teilweise konsumieren, ohne zu wissen, wo dieser Artikel herkommt und durch wie viele Hände er schon gegangen ist.

Zudem war es sehr befremdlich durch die Fabrik geführt zu werden…man schaut den Leuten beim arbeiten zu und wird automatisch auf eine andere/höhere Ebene gehoben. Obwohl wir in Deutschland „nur“ studieren und nicht zur Oberschicht gehören. Das ist ein beklemmendes Gefühl, weil wir in keinster Weise besser oder höher gestellt als eine dort arbeitende Person sind.

Nach der Führung sind wir noch durch die Straßen gelaufen und sind auf eine weitere Papierfabrik gestoßen, aber in viel kleinerer Form, eher Familienbetriebsgröße. Dort hat uns einer der dort Arbeitenden umhergeführt. Sie stellten ihr Papier ausschließlich per Hand her. Auch hier wurde Baumwollstoff zerkleinert und in Wasser eingeweicht, sowie in ein Becken geleitet, wo dann mit einem Schöpfrahmen eine Schicht dieses Baumwoll-Wassergemischs abgetragen wird. Anschließend wird dieses gepresst und zum trocknen aufgehängt. Zudem war es in diesem Familienbetrieb längst nicht so sauber, wie in der großen Fabrik. Überall lagen Baumwollreste herum, generell war der Boden nicht gepflegt. Um das Gebäude herum lag viel Müll und lilafarbenes, blubberndes Wasser, was wohl das Abwasser war. Auch hier haben alle in ihren Alltagsklamotten gearbeitet. Zudem schienen die Menschen dort zu wohnen, zumindest konnten wir Betten und eine Feuerstelle erkennen.

Zu all dem muss gesagt werden, dass dieser Eintrag nur ein Einblick ist und die Gedanken dazu subjektiv. Ich weiß nicht, was es sonst noch für Fabriken gibt und wie es dort aussieht. Genauso wenig weiß ich, wie sehr das Westlich-Sein dazu beigetragen haben, dass ich „nur das zu sehen bekommen habe, was ich sehen sollte“.

DELHI: Eine Kontrastreiche Stadt

Ich kanns kaum glauben. Ich sitze mit den anderen meiner Reisegruppe (Florian und Maleen) im Flieger nach Delhi. Nach 7,5 Stunden Flug landen wir morgens auf indischem Boden. Welcome to India, once again:) In mir steigt Vorfreude auf. Nach der Visakontrolle und dem Gepäck- Abholen treten wir aus dem Flughafen. Dort treffen wir nach kurzer Zeit auf Godwin, den ich letztes mal in Indien kennengelernt habe. Um zum Hotel zu kommen haben wir übers Handy ein Auto bestellt, was uns dann zum Hotel bringen sollte. Nach etlichen Calls und viel hin und her saßen wir dann zwischen unsere Taschen gequetscht im Auto, was uns quer durch Delhi brachte.

Der erste Eindruck aus dem Fenster war irgendwie vertraut. Als wir dann aus dem Auto stiegen kam dann die eigentliche Realisation: Ja, du bist nach vier Jahren wieder in Indien! Sprich, überall Gehupe, staubige Luft, ein Geruch von Essen, Abfall und Autoabgasen und eine ganze Menge Menschen. Ein Gefühl von Vertrautheit, Aufregung und Verwirrung überkommt mich. Verwirrung, weil alles einerseits neu ist und ich unbekannt, ich aber vieles von der Kultur wiedererkenne. Als wir später noch umherliefen habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich in alte Gewohnheiten von damals zurückfiel: Das Kopfwackeln, die Hände vor der Brust zusammenführen für das Namaste, das Essen mit den Händen und das recht souveräne Überqueren riesiger Kreuzungen. Mir fällt auf, wie sehr ich all das vermisst habe. Die Restaurants am Straßenrand, der Chai an jeder Ecke, das Chaos auf den Straßen und das rege und bunte der Menschen hier. Mir fallen aber auch negative Seiten wieder mehr auf, wie der Müll am Straßenrand, dass man ständig angestarrt wird oder der Fakt, dass hier viel korrupte Mentalität, sowie Armut und Ungerechtigkeit herrscht.

Nachdem wir unsere Rucksäcke abgestellt und uns ein wenig frisch gemacht haben, sind wir durch die Stadt, vielmehr die Gassen des Viertels unseres Hotels gelaufen. Wir haben viel gestaunt und gelacht. Unsere Mission war erkunden, Geld abheben und Sim-Karten kaufen. Mission Geld abheben war schnell erledigt, wegen der Sim-Karten wollte Godwin dann einen Kumpel von ihm suchen. Wir machten aus uns ca. 10 min später an der Stelle, an der wir uns verabschiedet hatten, wiederzutreffen. Naja, nach einer Stunde (ohne zu wissen wo er ist und wann er wiederkommt) hatte Godwin dann einen Sim-Kartenshop ausfindig gemacht, in dem es für ihn möglich war welche zu kaufen, ohne über den Tisch gezogen zu werden. Wir hatten währenddessen eine Stunde Zeit uns die Menschen um uns herum zu beobachten:D Indien lehrt mich schon am ersten Tag wieder Geduld und ein Gesundes Maß an „es so nehmen wie es kommt“. Den Tag haben wir dann entspannt auf der Dachterasse mit einem scharfen aber leckeren Mix aus Roti (Teigfladen) und Channa Masala (Kichererbsencurry) ausklingen lassen.

Der zweite Tag startete mit einem entspannten Frühstück bei uns im Hotel. Anschließend sind wir mit der Rikscha zum Red Fort gefahren (Festungs- und Palastanlage). Jedoch hatte dieser geschlossen und so sind wir unserem Ziel von gestern weiter nachgegangen, die Stadt und die Kultur, sowie das Essen zu erkunden. Letzendlich sind wir bei einem Jain-Tempel (Chandni Chowk) gelandet. Dieser war unglaublich prunkvoll und hatte eine besondere Atmosphäre.

Später sind wir in einem weiteren Jain-Tempel gelandet, welcher zwar weniger verziert war, aber ähnlich friedvoll auf mich wirkte. Und das mitten in Delhi, der zweitgrößten Stadt der Welt, inzwischen etlicher Gassen durch die ca. 20 Rollerfahrer pro Minute hupend „langbrettern“. Ich merke, wie mich das Land aufs neue catcht:)

Der „Jainismus“ wird auch als „Jinismus“ bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Philosophie, bzw. Lebensentwurf, die vor allem in Indien, mehrheitlich Rajasthan und Gujarat gelebt wird. Im Vergleich zu anderen Religionen glauben die Jains nicht an einen Schöpfergott. Die geistigen Führer des Jainismus werden als Tirthankaras („Furtbereiter“) bezeichnet, um ihre Funktion als Mittler zwischen der materiellen und der spirituellen Welt zu verdeutlichen. Diese sollen den Menschen helfen spirituelle Erleuchtung zu erlangen und die Freiheit von wiederholter Wiedergeburt (Samsara) zu erlangen. Ein Grundprinzip des Jainismus wird als Gewaltlosigkeit beschrieben und bezieht sich auf den Schutz aller Lebewesen. Das bedeutet, die Anhänger der Religion sollen weder Lebewesen töten noch verletzen. Die Jains ernähren sich deshalb vegetarisch, bzw. essen kein Wurzelgemüse. Weitere Prinzipien sind Besitzlosigkeit und Vielseitigkeit.

Zuletzt sind wir auf unserem Streifzug auf eine Moschee (Jama Majid Mosque) gestoßen. Dort wurden wir dann auch das erste mal nach einem Foto gefragt. Hier ist mir das Ausländer-Sein wieder extrem aufgefallen. Wir wurden permanent angeguckt, oder angesprochen (vor allem Maleen und ich) und man verlangt mehr Geld von uns für den Eintritt.

Die nächsten Tage hier in Delhi sind ähnlich wie die vorher beschriebenen verlaufen…den Tag entspannt starten und dann etwas die Stadt erkunden und Challenges meistern, wie Metro fahren, Preise verhandeln oder Essen bestellen. Da wir oft die Namen der Gerichte nicht zuordnen können, fragen wir meist was wir uns darunter vorstellen können oder fragen die Menschen davor, wie ihr Gericht heißt und bestellen dann:D

Eine Woche haben wir nun hier verbracht. In der Millionenstadt, vor der viele warnen, eine Stadt mit unglaublich vielen Gegensätzen. Wo arm und Reich direkt nebeneinanderher leben. In einem Moment laufe ich an Familien vorbei, die auf einem Mittelstreifen einer stark befahrenen Straße wohnt. Und eine Station später mit der Metro treffe ich auf englischsprechende Menschen, inmitten gepflegter Straßen mit bewässerten grünen Mittelstreifen.

So extrem habe ich mir lange keine Gedanken mehr darüber gemacht und tut mir in der Seele weh. Vor allem so hilflos zu sein, an der Situation im Ganzen nichts ändern zu können. In diesem Zusammenhang merke ich, wie dankbar ich für meine privilegierte Lage sein darf. Selbst die Inder, mit denen wir gesprochen haben, waren erstaunt, dass es uns in Delhi gefallen hat. Ja, es war voll auf den Straßen, ja, wir wurden über den Tisch gezogen und wir sind im Dunkeln nicht mehr rausgegangen. Aber nein, ich hatte auf der Straße nie das Gefühl meine Tasche beschützen zu müssen oder habe mich in irgendeiner Form belästigt oder unwohl gefühlt. Ich fand die Stadt entgegen meiner Erwartung sehr faszinierend….wir haben sehr viele nette Menschen getroffen, die uns bei dem Finden von Wegen geholfen, Essensempfehlungen ausgesprochen haben und uns weitere Kontakte vermitteln konnten.

Als nächsten stop auf unserer Reise ging es nach Jaipur (the pink city). Dafür sind wir neun Stunden Zug in der sleeper class gefahren. Auch hier sah man beim herausfahren aus Delhi viele ärmere Gegenden, bzw. Slums. Kinder spielen auf den Gleisen, Familien duschen sich am Rand und der Weg über die Gleise ist ein täglicher. Hier ein paar Fotos zur Zugfahrt und noch ein paar Eindrücke zu Delhi:

Spenden

Meine Entsendeorganisation „Jesuit Volunteers“ bzw. die Jesuitenmission wird nur teilweise und das auch nur für Erwachsene bis zum 27. Lebensjahr durch das Förderprogramm „weltwärts“ gestützt. Deshalb sind Spenden jeglicher Höhe sehr willkommen!

Gerne könnt ihr meine Entsendeorganisation „Jesuit Volunteers“ sowie eine Summer School des „International Movement of Catholic Students“ Pax Romana auch finanziell unterstützen

Empfänger: Jesuitenmission

IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82 (Liga Bank)

BIC: GENO DEF1 Mo5

Verwendungszweck: X38419 JV (für eine Spendenquittung bitte zusätzlich die Adresse angeben)

Oder online: www.jesuitenmission.de/spendenaktion.html

Vielen dank!

Die Gandhi Ashram School

Kalimpong liegt in der nordindischen Bergregion, einer Region, welche häufig von Erdbeben und Unwettern heimgesucht wird. Das Leben der Menschen vor Ort ist geprägt von Not, Benachteiligung wie dem kärglichen Ertrag durch die Arbeit als Tagelöhner. Dadurch bleibt zumeist nicht genügend Geld, Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen.

In der vom Jesuitenpater Edward McGuire gegründeten Ghandi Ashram School erhalten die Kinder täglich Unterricht sowie eine persönliche Förderung, regelmäßige Mahlzeiten und können ein Instrument (Violine, Viola, Cello oder Klavier) lernen. Mit dem Schulorchester treten Schüler sogar manchmal auf Konzerttourneen in Europa auf. Auch Schulabgänger bleiben oft mit der Gandhi Ashram School in Kontakt, kommen zu Orchesterproben und helfen bei Veranstaltungen mit.

Ich werde in diesem Rahmen eine unterstützende Rolle einnehmen. Meine Aufgabe ist primär das unterrichten im Fach Kunst. Dennoch werde ich auch andere Tätigkeiten, wie die Unterstützung im Bereich anderer Fächer und die Mitwirkung bei der Freizeitgestaltung übernehmen.

Weitere Blogs

Wenn ihr Interesse habt noch andere Blogs von meinen Mitfreiwilligen zu lesen, klickt gerne auf die Links!

Luis war in Sittong, einem Dorf ca. 50 km entfernt von Darjeeling und hat dort als Lehrer gearbeitet: https://luis.fsj-indien.de

Florian und Simon waren in Baghmara, einem Ort in der Nähe von Punia, im Bundestaat Bihar. Sie haben an der St. Xavier School als Lehrer gearbeitet: https://simon.fsj-indien.de/; https://florian.fsj-indien.de/

Hannah war im Süden von Indien in Kuppayanallur, in der Nähe von Chennai. Sie war in der Loyola School tätig: https://hannah.fsj-indien.de/

Die Hayden Hall

Die Hayden Hall ist eine Art „Social Center“ und ist in mehrere Departments unterteilt. Es gibt unter anderem das Health Department, das Income Generation Department, welches sich darum kümmert, Frauen neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, den Burns Club, der sich um mittellose, ältere Menschen kümmert, das Education Department und noch einige mehr.

Das Education Department des Hayden Halls betreut Kinder und Jugendliche, deren Eltern arbeitstätig sind. Ab dem Alter von 9 Monaten haben sie die Möglichkeit ihre Kinder, sechs Tage die Woche, in die Krippe des Hayden Halls betreuen zu lassen, genannt „Crèche“, wo mit ihnen gespielt und Raum zum „Kind sein“ geschaffen wird. Neben den zwei Teezeiten, erhalten sie mittags auch immer eine warme Mahlzeit, die meist aus Reis mit Dal und Ei besteht und in der Küche der Hayden Hall zubereitet wird. Ab dem Alter von zweieinhalb Jahren müssen die Kinder „Créche“ zwar verlassen, sie haben aber die Möglichkeit den Kindergarten „Strive“ zu besuchen, der sich im gleichen Gebäude der Hayden Hall befindet. Im „Strive“ erhalten die Kinder neben Tee und warmen Mittagessen erste Schulungen in Nepali und Englisch. Sie lernen dort das Schreiben des Nepalesischen Alphabets, sowie Grundkenntnisse der englischen Sprache. Bis zum Alter von viereinhalb Jahren können die Kinder dort fünf Tage die Woche betreut werden, danach fangen die meisten an, die Grundschule zu besuchen. Schwerpunktmäßig habe ich im „Education Department“ mitgeholfen.

Zusätzlich bietet die Hayden Hall sechs Tage die Woche sogenannte „Evening Studies“ an, in denen Kindern im Alter von 5 – 18 Jahren in kleinen Lerngruppen mit ihren Hausaufgaben geholfen und der Lernstoff für die Examen wiederholt wird. Während der „Evening Studies“ erhalten die Schüler und Schülerinnen ebenfalls Tee und eine warme Mahlzeit.

Zudem betreibt die Hayden Hall einen Fair Trade Shop, in welchem handgemachte Taschen, Schals, Pullover, Handschuhe und vieles mehr verkauft werden. Alles dort zu verkaufende ist von den im Hayden Hall angestellten WeberInnen hergestellt.

Des weiteren befindet sich im unteren Geschoss der Hayden Hall ein medical center, in welchem Menschen aus ärmeren Verhältnissen die Möglichkeit haben, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen oder Medikamente zu erhalten. Die Angestellten der HH dieses Departments besuchen zusätzlich auch regelmäßig Kranke, bzw. und auch vor allem (schwangere) Frauen und Kinder auf den umliegenden Dörfern, um diese ggf. medizinisch zu versorgen und emotionalen Beistand zu leisten.

Dankbarkeit

Diese einfache Welt und das „über den Tellerrand hinausschauen“ fehlt mir doch sehr. Das ist mir aufgefallen, als ich das Buch von Christopher Schacht gelesen habe. Er ist mit Anfang 20 für Vier Jahre rund um die Welt getrampt. Er hatte anfangs nur 50 Euro. Er hat immer seine Hilfe angeboten, kleine Jobs verrichtet und war einfach er selbst. Es war sehr amüsant und fesselnd zugleich seine Begegnungen und Geschichten zu lesen. Ich konnte mich in so vielen Momenten der Heimkehr wiederfinden und habe wieder einmal gemerkt, dass ich auf jeden Fall zurück muss nach Indien. Ich musste schmunzeln, als er über die 700 Formulare berichtet hat, die man benötigt, um nach Indien zu kommen und starrte wehmütig auf das Foto, als er im Zug saß.

Am Ende meint er, dass er als er wiederkam vieles als gleich empfunden hat. Gleichzeitig fremd und vertraut, was ein komisches Gefühl. Während alle seine Freunde studieren oder eine Ausbildung machen steht er ohne jeglichen Abschluss da. Aber reich an Erfahrung.

Er schreibt: „Ich habe gelernt, fas Leben mit anderen Augen zu sehen. Es gewissermaßen für mich neu entdeckt. Und dabei auch mich selbst. Neue Stärken und Unbewusste Schwächen an mir kennenlernt. Meine Einstellungen gegenüber Altbekanntem hinterfragt. Und Gott auf eine ganz persönliche Art kennengelernt, von der ich vorher nicht einmal wusste, dass das überhaupt möglich ist. Ich habe gelernt, mit sehr wenig glücklich zu sein. Ich habe gelernt, was es heißt, dankbar zu sein. Und dabei meine ich nicht das höfliche ‚Danke‘, wie man es murmelt, wenn man niesen musste und jemand ‚Gesundheit‘ sagt. Sondern richtige, tiefe, innige Dankbarkeit für die großen und kleinen Geschenke in meinem Leben. Ein gutes Essen, eine warme Dusche, eine liebevolle Familie, ein friedvolles Heimatland.“

Diese Worte bringen auch meinen Auslandsaufenthalt sehr gut auf den Punkt. Ich spüre noch immer, wie mich die Bekanntschaften und Orte geprägt haben. Wie alle meinten, du kommst bestimmt total verändert wieder. Aber ja, man verändert sich. Jedoch auch wenn man bleibt, das ist der Lauf der Dinge. Ich blicke sehr dankbar auf die Zeit zurück. Mir ist so viel Liebe entgegengebracht worden, die ich auch gerne meinen Mitmenschen hier schenken möchte. Denn Nächstenliebe und den Blick heben, seinen Horizont kann man auch ohne die ganze Welt gesehen zu haben erweitern. Aber man muss es wollen.

Den inneren Antrieb nicht verlieren, Liebe mit sich tragen und in Gott vertrauen.

Vor allem in diesen Zeiten fällt mir es teilweise schwer die kleinen Dinge und Momente zu schätzen. Ich finde es schwer mich so sehr einschränken zu lassen und nichts dagegen tun zu können. Mein Drang etwas Neues zu entdecken und sich auszutauschen finden gerade nur begrenzt ihren Platz. Dennoch möchte ich meinen Fokus auf die Aktivitäten und kleine Momente legen, die mir was bedeuten. Sich nicht von seinen Mitmenschen in diese Endlosschleife aus Angst, Unwissenheit und Unsicherheit mitreißen lassen. Das ist gar nicht so einfach, aber es lohnt sich. Ich denke auch, dass man dankbar sein muss für das was man gerade in diesem Moment hat. Ich habe viele sehr liebe Menschen um mich herum, einen gesunden Körper, ich kann nach wie vor in die Natur gehen und habe trotz der Umstände die Möglichkeit mich weiterzubilden. Der Welt ein Lächeln schenken, Spontanität bekommt eine ganz andere Bedeutung. Dadurch kann man sich wunderbar vom Leben tragen lassen, einfach mal nichts planen zu können erscheint mir manchmal unglaublich schwer, aber dadurch ergeben sich wunderschöne Momente mit Menschen, die vorher eher untergegangen sind. Auch diese Zeit prägt einen, genauso wie meine Zeit in Indien. Jedoch liegt es immer an einem selbst, was man aus sich macht, worauf man sich einlässt.

Den inneren Antrieb nicht verlieren, Liebe mit sich tragen und in Gott vertrauen.

Kinder über Kinder

Lang ist´s her…

Es ist viel passiert in letzter Zeit. Ich habe mich an Fachhochschulen beworben, ziehe bald um, habe nebenbei gearbeitet und viel erlebt. Meine mir bekannte Welt verändert sich. Meine Freunde ziehen weg und ich selbst sammle auch neue Erfahrungen.

Zum Beispiel im Waldorfkindergarten, in welchem ich noch bis das Studium anfängt, aushelfe. Hier fühle ich mich sehr wohl, da ich Kinder um mich herum habe, vieles erinnert mich an Indien, viele Unterschiede fallen auf und Fragen stellen sich mir. Beide Kindergärten haben ihren eigenen Tagesaublauf, was sehr wichtig für die Kinder ist. Doch sind die Kinder in Indien viel abgehärteter als hier. Nicht zuletzt, weil weniger hinterfragt wird.

Der Hollerbusch- Waldorfkindergarten Everswinkel

Hier im Kindergarten sitzen die Eltern die ersten Wochen am Rand und wollen es ihren Kindern leichter machen, sich einzugewöhnen. Schreit ein Kind wird es direkt auf den Arm genommen und beruhigt, während in Indien die Eingewöhnung aus: „let her/him cry. They have to get used to it“, bestand. Das ist hart zu sehen. Hier stellt sich mir die Frage, was richtig ist. Meiner Meinung nach muss man das Kind kennenlernen und dann einschätzen. 4 Tage durchweinen lassen ist keine Option, aber immer die volle Aufmerksamkeit einem Kind zu widmen ist auch nicht das wahre.

Was ich richtig und wichtig finde ist das draußen spielen. Die Kinder haben genug Platz ihrer Energie freien Lauf zu lassen und lernen sich selbst dadurch auch einzuschätzen, bzw ihren Platz in der Natur und Alltag kennenzulernen.

Und auch hier fällt mir immer wieder auf, wie viele Privilegien wir haben.

Wir sollten dankbar sein für die Zeit, die wir mit den Kindern verbringen können. Elternzeit, auch mal einen Tag frei und vor allem auch das Geld um die Kinder zu ernähren und auch auf dieses einzugehen.

In den westlichen Ländern ist der nächste Wald oder Park meist nicht weit und für Attraktionen und sichere Plätze zum spielen ist gesorgt. All das ist so wichtig und das wird mir klar, denn in Indien war die HH für die dort herrschenden Bedingungen ein echt guter Platz, jedoch im Vergleich zu Deutschland bemerkt man so viel Entwicklungspotential.

Noch ein paar Gedanken…

In Indien habe ich ja mal in Kalimpong ein Kunstprojekt angeleitet und hatte im Vorfeld beobachtet, dass die Kinder sehr darauf bedacht waren, ihre Werke „ordentlich“ zu malen, wozu sie häufig das Radiergummi nutzten, welches ihnen ermöglichte, in ihren Augen Unpassendes zu entfernen. Ich habe mich daraufhin bewusst entschieden, das Radiergummi beim malen nicht nutzen zu dürfen. Dies war für die meisten Kinder eine Herausforderung

Außerdem hatten sie den Auftrag, Blumen und Pflanzen mit dem Finger zu malen. Auch hier bemerkte ich eine Hemmschwelle bei den Kindern. Ohne diese Stütze durch das Radiergummi waren sie herausgefordert, „Unperfektes“ zuzulassen. Nur wenige Kinder wollten sich auf dieses Experiment einlassen. Einige Kinder haben nach einiger Zeit angefangen zu zeichnen und waren sehr stolz auf ihr Resultat, während andere auch nach geraumer Zeit noch immer diese Schwelle nicht überwinden konnten. Um die Fähigkeit zu entwickeln, sich zeichnerisch auszudrücken, muss meiner Meinung nach ein Bild keine perfekte Kopie einer Vorlage sein. Aus diesem Grund habe ich versucht, den Horizont der Kinder zu erweitern und ihnen die Möglichkeit geboten, sich freier auszudrücken. Dies wurde jedoch von den meisten als Einschränkung wahrgenommen. Ich habe versucht, durch Ermutigung ihnen den vorhandenen Druck zu nehmen.

Und das kann ich auch schon bei den kleineren im Kindergarten in Deutschland feststellen. Auch schon mit 3 Jahren soll es gut aussehen und manche Kinder fordern mich auf etwas zu malen, während die wenigsten zufrieden mit ihrem Bild sind. Ich animiere zum malen, indem ich selbst anfange, ich frage mich dennoch woher dieser Drang nach Perfektionismus herkommt.

Ich denke einerseits will das Kind es Realitätsgetreu malen, vergleicht sich und wartet auf Rückmeldung. Und diese ist dann meist, das etwas gut aussieht eine Nachahmung des Wirklichen.

Danke! Wenn euch noch Vorschläge für weitere Einträge einfallen, meldet euch! Ansonsten kommt immer mal wieder ein kleiner Einblick in meine Welt:) Ich hoffe ihr hattet Spaß beim lesen! Grüße, Lara

Mine Abschiedsgeschenke

Von Neu- und Ungerechtigkeiten

Wo soll ich anfangen?

Zurück in Deutschland kommt teilweise mein altes Leben zurück. Teilweise eben. Ich habe mich an verschiedenen Unis beworben und arbeite nebenbei auf dem Spargelhof um ein wenig Geld zu verdienen. Corona existiert noch immer, obwohl ich ja wieder Leute treffen kann und es mich deswegen nicht mehr so einschränkt.

Das tut mir auch wirklich gut, aber Struktur fehlt, die ich in Indien hatte. Mir fehlt meine komplette Selbständigkeit. Einfach sagen zu können „ich besuche meine Freunde für ein paar Tage“. Oder auch selbst zu bestimmen wann ich mein Klo putze.

Dennoch habe ich ein paar Eigenschaften mitgenommen aus meinem Einsatz und darf auch immer noch daraus lernen und auch wertschätzen. Ich vermisse die Berge, aber schätze die Natur und die Luft. Ich vermisse die Kinder aber liebe es auch meine Zeit gerade komplett selbst einzuteilen.

Manchmal lasse ich mich von der Mentalität alles pünktlich und geplant zu machen mitreißen und merke, dass es auch anders geht. Es war so schön alles spontan machen zu können und eine Aufgabe zu haben. Die Leute tanzen, singen und reden offen, hier bin ich komisch wenn ich barfuß laufe. Ich merke, dass es guttut man selbst zu sein.

Sich nicht zu verstellen, zu sich zu stehen. Und vor allem zu seiner Meinung. Laut zu werden, wenn es an der Zeit ist.

Wie war das noch mit dem Rassismus?

Alle reden darüber als wäre das Tehma vorher noch nie aufgekommen, jedoch existiert das grundlegende Problem schon immer. Das Denken der Menschen. Es fängt bei kleinen Situationen und es wird verdrängt, es wird sich nicht laut genug geäußert. Aber sollte das kleinste „Nein“ nicht reichen? Die Schuld wird woanders gesucht und das Thema verblasst.

Genau das ist falsch. Daraus lernen und vor allem es besser zu machen und eventuell zu seiner Schuld stehen und Umdenken zulassen. Bewusstsein schaffen, damit die Betroffenen nicht alleine sind…außerdem ist Kritik gut und auch wichtig, aber nicht auf die Hautfarbe bezogen. Denn diese spielt keine Rolle.

Es hat keiner verdient unter seiner Würde behandelt zu werden.

Es wird sich oft ausgeruht, eingefahren im Alltag. Auch das habe ich mitgenommen: Bewusstes Leben. Sich seiner Privilegien bewusst sein. Das heißt nicht, dass man auf alles verzichten muss, nein, man sollte sich im Klaren sein, dass es viele Menschen gibt, die all das nicht genießen können. Und mit im Klaren sein meine ich nicht nur wissen, sondern wirklich begreifen. Es ist so einfach daher gesagt, aber auch weiß zu sein, um oben anzuknüpfen, ist ein Privileg. Und das ist nicht richtig. Jeder sollte die gleichen Chancen haben sich beisspielsweise weiterzubilden und nicht auf sein Aussehen oder seinen Hintergrund reduziert werden.

In der Hayden Hall waren vorwiegend Familien aus Nepal betreut, die in Indien Geld verdient haben. Jetzt teilt der Staat aber nur Indern die notwendigen Versorgungspakete aus. Auch wenn die Nepalesen seit etlichen Jahren in Darjeeling wohnen sind sie nicht mit eingeschlossen.

Sie haben keine andere Wahl als zurückzugehen, dort wo sie nichts mehr haben. Als ich davon gehört habe, musste ich schlucken, das ist doch nicht Wahr?!

Selbst in einer Situation, wo wir aufeinander angewiesen sind, wird Diskrimminiert und ausgeschlossen. Und viele Situationen wie diese passieren überall auf der Welt. Und das war mir auch nicht immer bewusst. Man lebt so vor sich hin und guckt vielleicht Nachrichten… aber ändern? Das tun die wenigsten. Also äußert euch, denn ein Umdenken ist nötig.